Euer Abstecher in die Ötztaler Alpen vom 29.07.
Sascha G.
Hallo Thorsten,
zu Eurer Besteigung der Ölgrubenspitze und den weiteren Aktivitäten im Gebiet erlaubt mir eine kurze Anmerkung. In einer geführten Gruppe der Sektion Haar war ich vom 4.-6.08 auf der Vernagthütte, also in Nachbarschaft zum Taschachhaus. Nachdem wir am 04.08 von Vent aus aufgestiegen waren und eine kleine Spaltenbergungsübung auf dem Guslarferner vollbrachten, überschritten wir am 05.08. die Wildspitze.
Wir gingen dabei nicht über das Vernagt- und Mitterkarjoch, sondern nach einem Hinweis des Hüttenwirtes über das Brochkogeljoch (3423 m). Dieses war bis auf einen Firnrest in der Mitte von ca. 20 m Länge aper. Im unteren Bereich ca. 5 m I-Kletterei, ansonsten Gehgelände durch Schutt. Oberhalb des Jochs dann ca. 10-20 cm Schneeauflage auf dem Gletscher. Die Firnkalotte der Petersenspitze ist noch intakt. Die Brochkogel-NW-Wand ist schon größtenteils vereist, ebenso wie der Wildspitz-Vorgipfel (3686 m ) zum Hinteren Brochkogel hin. Aufstieg auf der Wildspitze am SW-Grat. Hier ab ca. 150 hm unter dem Gipfel firnfrei und ab ca. 70 hm unter dem Gipfel eisfrei. Zum Gipfel hin fester Fels. Die W-Flanke des Verbindungsgrates zum N-Gipfel hin ist auch schon an vielen Stellen blank. Im Vergleich zum vorletzten Jahr, in dem ich etwa Mitte Juli auf der Wildspitze war, scheint mir die Felsinsel am Verbindungsgrat etwas gewachsen zu sein.
Abstieg vom N-Gipfel über den NW-Grat bis zum oberen Felszacken. Bis auf ein ca. 20 m langes und 35° steiles Teilstück hat dieser Grat noch einigermaßen Firnauflage. Anschließend ließen wir uns am Seil in die oberste Gletschermulde westlich unterhalb des Verbindungsgrates ab. Der weitere Abstieg erfolgte auf der Aufstiegsroute.
Am 06.08. planten wir eine Fluchtkogel-Überschreitung über das Obere Guslarjoch (3361 m) und dem Gepatschjoch (3241 m) über P.3417. Ohne Steigeisen stiegen wir von der Vernagthütte über den Guslarferner bis zum Gipfel auf. Die übliche Route zum Oberen Guslarjoch ließen wir rechterhand liegen und gingen mit einer gleichmäßigeren Steigung durch den Spaltenbereich nahe der Felsinsel P.3186. Bis ca. 3200 m Höhe ist der Gletscher bereits aper. Das Obere Guslarjoch ist noch gut verfirnt. Der jenseitige Gipfelanstieg weist zwei kurze blanke Stellen auf. Der Bereich beim Gipfelkreuz ist schon eine Schutthalde. Der Fluchtkogel-N-Grat ist im obersten Bereich ebenfalls geröllig. Ein darunterliegender scharfer Grat ist überwiegend Blankeis. Ab hier benötigten wir Steigeisen. Erst im Sattel zum P.3417 ist noch Firn anzutreffen. Angesichts der außerordentlichen Brüchigkeit des Grates vom P.3417 zum Gepatschjoch hin entschieden wir uns, die Überschreitung durch den Abstieg auf den Guslarferner abzukürzen. Die Randkluft in der Fluchtkogel-O-Flanke war schon offen. Sie konnte jedoch durch einen beherzten Sprung gemeistert werden. Vom Fluchtkogel aus war der Kesselwandferner gut zu sehen. Im Bereich des Weges vom Brandenburger Haus zum Oberen Guslarjoch, also auf einer Höhe von 3200 m, schien er noch nicht aper zu sein.
Zusammen mit den derzeitigen Schneefällen hoffe ich, daß die Gletscher wieder mehr Puder bekommen, der nicht gleich wieder wegschmilzt. Laut einer in Spiegel-Online veröffentlichten Klimaprognose prophezeien Wetterforscher ab dem Jahr 2009 Hitzerekorde in Serie. Wenn Ihr also noch eine fröhliche Eiszeit in den Ötztalern erleben wollt, dann zögert nicht. Danach wird wohl die Gemeinde Vent am Wegesrand zu den Rofenhöfen Palmen anpflanzen (-;))
zu Eurer Besteigung der Ölgrubenspitze und den weiteren Aktivitäten im Gebiet erlaubt mir eine kurze Anmerkung. In einer geführten Gruppe der Sektion Haar war ich vom 4.-6.08 auf der Vernagthütte, also in Nachbarschaft zum Taschachhaus. Nachdem wir am 04.08 von Vent aus aufgestiegen waren und eine kleine Spaltenbergungsübung auf dem Guslarferner vollbrachten, überschritten wir am 05.08. die Wildspitze.
Wir gingen dabei nicht über das Vernagt- und Mitterkarjoch, sondern nach einem Hinweis des Hüttenwirtes über das Brochkogeljoch (3423 m). Dieses war bis auf einen Firnrest in der Mitte von ca. 20 m Länge aper. Im unteren Bereich ca. 5 m I-Kletterei, ansonsten Gehgelände durch Schutt. Oberhalb des Jochs dann ca. 10-20 cm Schneeauflage auf dem Gletscher. Die Firnkalotte der Petersenspitze ist noch intakt. Die Brochkogel-NW-Wand ist schon größtenteils vereist, ebenso wie der Wildspitz-Vorgipfel (3686 m ) zum Hinteren Brochkogel hin. Aufstieg auf der Wildspitze am SW-Grat. Hier ab ca. 150 hm unter dem Gipfel firnfrei und ab ca. 70 hm unter dem Gipfel eisfrei. Zum Gipfel hin fester Fels. Die W-Flanke des Verbindungsgrates zum N-Gipfel hin ist auch schon an vielen Stellen blank. Im Vergleich zum vorletzten Jahr, in dem ich etwa Mitte Juli auf der Wildspitze war, scheint mir die Felsinsel am Verbindungsgrat etwas gewachsen zu sein.
Abstieg vom N-Gipfel über den NW-Grat bis zum oberen Felszacken. Bis auf ein ca. 20 m langes und 35° steiles Teilstück hat dieser Grat noch einigermaßen Firnauflage. Anschließend ließen wir uns am Seil in die oberste Gletschermulde westlich unterhalb des Verbindungsgrates ab. Der weitere Abstieg erfolgte auf der Aufstiegsroute.
Am 06.08. planten wir eine Fluchtkogel-Überschreitung über das Obere Guslarjoch (3361 m) und dem Gepatschjoch (3241 m) über P.3417. Ohne Steigeisen stiegen wir von der Vernagthütte über den Guslarferner bis zum Gipfel auf. Die übliche Route zum Oberen Guslarjoch ließen wir rechterhand liegen und gingen mit einer gleichmäßigeren Steigung durch den Spaltenbereich nahe der Felsinsel P.3186. Bis ca. 3200 m Höhe ist der Gletscher bereits aper. Das Obere Guslarjoch ist noch gut verfirnt. Der jenseitige Gipfelanstieg weist zwei kurze blanke Stellen auf. Der Bereich beim Gipfelkreuz ist schon eine Schutthalde. Der Fluchtkogel-N-Grat ist im obersten Bereich ebenfalls geröllig. Ein darunterliegender scharfer Grat ist überwiegend Blankeis. Ab hier benötigten wir Steigeisen. Erst im Sattel zum P.3417 ist noch Firn anzutreffen. Angesichts der außerordentlichen Brüchigkeit des Grates vom P.3417 zum Gepatschjoch hin entschieden wir uns, die Überschreitung durch den Abstieg auf den Guslarferner abzukürzen. Die Randkluft in der Fluchtkogel-O-Flanke war schon offen. Sie konnte jedoch durch einen beherzten Sprung gemeistert werden. Vom Fluchtkogel aus war der Kesselwandferner gut zu sehen. Im Bereich des Weges vom Brandenburger Haus zum Oberen Guslarjoch, also auf einer Höhe von 3200 m, schien er noch nicht aper zu sein.
Zusammen mit den derzeitigen Schneefällen hoffe ich, daß die Gletscher wieder mehr Puder bekommen, der nicht gleich wieder wegschmilzt. Laut einer in Spiegel-Online veröffentlichten Klimaprognose prophezeien Wetterforscher ab dem Jahr 2009 Hitzerekorde in Serie. Wenn Ihr also noch eine fröhliche Eiszeit in den Ötztalern erleben wollt, dann zögert nicht. Danach wird wohl die Gemeinde Vent am Wegesrand zu den Rofenhöfen Palmen anpflanzen (-;))
Webmaster
Hallo Sascha,
also ich denke mal die Gletscherreste der Ostalpen werde ich im Sommer eher meiden. Ich war jetzt im Wallis unterwegs und da sah es noch deutlich besser aus. Natürlich lag das auch an den ca. 30 cm Neuschnee, die kurz zuvor runtergekommen sind, aber dort ist (auch durch die Höhe) wenigstens noch was von Schnee und Eis übrig.
Na und ab 2009 werde ich mich dann wohl wieder aufs Allgäu konzentrieren, da kann wenigstens kaum noch was wegschmelzen. ;-)
Gruß,
Thorsten
also ich denke mal die Gletscherreste der Ostalpen werde ich im Sommer eher meiden. Ich war jetzt im Wallis unterwegs und da sah es noch deutlich besser aus. Natürlich lag das auch an den ca. 30 cm Neuschnee, die kurz zuvor runtergekommen sind, aber dort ist (auch durch die Höhe) wenigstens noch was von Schnee und Eis übrig.
Na und ab 2009 werde ich mich dann wohl wieder aufs Allgäu konzentrieren, da kann wenigstens kaum noch was wegschmelzen. ;-)
Gruß,
Thorsten
Manni
Hallo Gipfelstürmerin,
ich habe diese Touren alle noch aus den 70er, 80er und 90er Jahren in Erinnerung (www.mannikeil.de), da wars noch schön. Ich habe auch inzwischen beschlossen, die Gletscher im Sommer zu meiden.
Aber ein Tip für Euch ist noch das Sellraingebiet vom Stubai mit Guben-Schweinfurter Hütte, Westfalenhaus usw. Alles andere als überlaufen und schön.
Grüße, Manni
ich habe diese Touren alle noch aus den 70er, 80er und 90er Jahren in Erinnerung (www.mannikeil.de), da wars noch schön. Ich habe auch inzwischen beschlossen, die Gletscher im Sommer zu meiden.
Aber ein Tip für Euch ist noch das Sellraingebiet vom Stubai mit Guben-Schweinfurter Hütte, Westfalenhaus usw. Alles andere als überlaufen und schön.
Grüße, Manni
Archiv
Dieses Forum ist ein Archiv. Neue Beiträge sind nicht mehr möglich.