Bergtouren im Mai

Thomas
Servus,

ich komme gerade von meinem 1-wöchigen Aufenthalt aus Oberstdorf. Die Wetterverhältnisse waren letzte Woche hervorragend. Daher kann ich den Forumisten nur empfehlen: Ab auf die Berge. Die Wiesen sind in einem herrlichen gelb durch Löwenzahn und Butterblumen getränkt und die noch schneebedeckten Gipfel ergeben einen herrlichen Kontrast zu den schon grün bewachsenen Bergrücken.

Die Bedingungen, was die Süd-/Südwesthänge angeht sind für diese Zeit optimal.
So konnte ich gleich am ersten Tag durch das Traufbergtal zum Kegelkopf aufsteigen. Der Südhang ist nahezu schneefrei. Nur oben in dem Waldgebiet am Sattel (Nähe Griesstall) lagen noch einzelne Schneefelder. Meine Gamaschen sind dort jedoch hilfreich gewesen. Im Bereich des Bettlerrückens lag noch reichlich Schnee, teilweise auch überwächtet. Neben dem Gipfelerlebnis konnte ich noch den wahrscheinlich ersten Einsatz der Bergwacht nach dem Bergwinter live miterleben. Unmittelbar vor mir, war ein Bergwanderer zum Kegelkopf aufgebrochen. Er hatte den Gipfel wohl erreicht, ist allerdings beim Abstieg nach Gerstruben in wegloses Gelände geraten und mußte die Bergwacht anrufen. Der Heli hat ihn dann wohlbehalten zur Spielmannsau, wo er Übernachtungsgast war, zurückgebracht. Also weiter Vorsicht!
Ansonsten ist der Aufstieg z.B. zum Älpelesattel vom Dietersbachtal (nahezu) schneefrei. Von der Seite der Käser-Alpe lag der Sattel noch ab ca. 1600m/1700m Schnee komplett im Schnee.
Im Rappenalptal ist der Aufstieg zum Guggersee über Traufersbergalm und Abstieg über Schneidbühel (ein Schneefeld!) nach der Birgsau auch schneefrei.
Lt. den Infos in der Spielmannsau gehen die ersten erfahrenen Bergwanderer bereits zur Kemptner Hütte mit entsprechender Ausrüstung (!).

Heute ist das Wetter nicht so dolle, aber die nächste Schönwetterperiode kommt bestimmt.
Nach meiner Info, beginnt die Fiderepaßhütte am 25.05.03 gefolgt von der Enzianhütte (29./30.05.) mit der Sommersaison.
Da seit dem 12.01. kein Eintrag mehr vom Gipfelstürmer erfolgt ist, vermute ich mal, dass er auch schon gedanklich die Bergschuhe schnürrt und Touren plant, oder ?
Also viel Spaß für Diejenigen, die es in den nächsten Tagen zu Bergtouren ins Allgäu zieht!

Gruß,
Thomas
Martin
Na, da hast Du vom Timing her mehr Glück gehabt als ich.
Bist Du die Fahrstraße oder den Tobelweg ins Traufbachtal gegangen?

Was den Bergwachteinsatz angeht,
kann ich nicht verstehen, daß jemand offensichtlich ohne ganz exakte Ortskentnisse (ich spreche da aus Erfahrung) ausgerechnet auf der Nordseite absteigen will, wo doch dort am ehesten mit vereisten Stellen zu rechnen ist, während der Abstieg vom Bettlerrücken kaum zu verfehlen ist.

P.S. Wer ist der "Gipfelstürmer"?
Webmaster
> P.S. Wer ist der "Gipfelstürmer"?

Hmmm, meine Wenigkeit vielleicht? :-)

Gruß, Thorsten
Webmaster
Hallo Thomas,

na, freut mich, daß du so schönes Wetter erwischt hast! Ich muß leider studieren.. und nächste Woche geht es erstmal auf Exkursion mit dem Semester nach Berlin (wo ich gleichzeitig meine Freundin besuchen kann, wie praktisch :) )..

Ja und du hast recht, eigentlich wollte ich schon über das 1. Mai Wochenende ein bißchen in die Tannheimer klettern gehen.. naja, dann sah aber das Wetter zunächst recht ungünstig aus, was sich fataler Weise dann als falsch rausgestellt hat.. naja, andererseits hatte ich sowieso noch genug zu tun und bin dann wenigstens ein bißchen geradelt. Sofern sich das Wetter aber wieder bessert, werde ich hoffentlich kurz nach meinem Geburtstag das verlängerte Wochenende Ende Mai nutzen, um die Saison zu starten.. :)

Gruß, Thorsten
Thomas
Hallo Martin,

also der Tobelweg ist absolut schneefrei. Schnee (also nur Restschneefelder) im Traufbachtal gab es erst oberhalb der Krautersalp (am Sattel), an der Stelle, wo es nord-westseitig zum Kegelkopf und ostseitig zum Bettlerrücken geht.Am Bettlerrücken lag zu diesem Zeitpunkt (also am 4. Mai 03) reichlich Schnee.
Generell muss ich sagen, dass innerhalb dieser Woche der Schnee deutlich zurückgegangen ist. Eigentlich wollte ich auch zur Rappenseehütte. Unter Mitnahme von Schneeschuhen wäre das auch machbar gewesen.
Vom Guggersee hat man ja sehr gut Einblick auf den Allgäuer Hauptkamm.Da lag bis zum Mußkopf kaum noch Schnee. Auch der Weg zur Mindelheimer Hütte war nur noch teilweise mit Schneefeldern bedeckt.
So weit ein kurzer Überblick über die Schneelage – aber, ich glaube, wenn ich mir heute die Webcams anschaue, haben die Eisheiligen wohl zugeschlagen.
Was den Bergsteiger angeht, so verstehe ich auch nicht, warum er in „Bergnot“ geraten ist. Der Weg hinunter nach Gerstruben war auch nicht sonderlich schneebedeckt und gut sichtbar. Schließlich hätte er auch seinen Aufstieg zum Kegelkopf für den Abstieg nutzen können.
Vielleicht hat Bernd als Oberstdorfer hier mehr Infos! Positiv ist natürlich, dass er gesund nach Spielmannsau zurückgebracht werden konnte.

Also, der erste Bergbesuch (abgesehen vom Alpin Ski) in diesem Jahr war ganz ok. Mit dem Kegelkopf am ersten Tag, war danach die Luft ein wenig raus. Bin dann zum ersten Mal mit einem Trekkingrad in den Tälern unterwegs gewesen, was richtig Spaß gemacht hat. Habe mir bei dieser Gelegenheit gleich mal den Einstieg bzw. Ausstieg zum Himmelsschrofen angeschaut. Dabei bin ich am Burgstall fündig geworden, auch an der Trupperoybrücke erkennt man ja den Lawinenstrich – irgendwie muss es da dann wohl hoch gehen. Du warst ja in dem Gebiet schon gewesen. Kommt man direkt auf den Gipfel des Himmelschrofen (1680m).Der Weg in der AV-Karte scheint unterhalb der Gipfels zu verlaufen ?!?

Viele Grüße

Thomas
Martin
Zunächst empfehle ich auch hier http://www.fuehrer.oberstdorf-online.de/sport/bergtour/ringertsgundalpe.htm
Der Einstieg an der Brücke ist m.E. relativ einfach zu finden.
Man kommt dann nach der im Link erwähnten Zisterne knapp unterhalb des Grates heraus, und da geht es dann nach Norden. Der Grat selbst ist wie im AV-Führer erwähnt größtenteils schrofig und mit Latschen bewachsen und im Bereich Vordere/Hintere Ringersgundalpe auf der Westseite bis zur Grathöhe bewaldet und enorm steil.
Man bleibt also auf einem schmalen Pfad immer etwas unterhalb des Grates und läuft parallel zu diesem vorbei an einer Lawinensignalstange o.ä., bis man unmittelbar vor der Lawinenverbauung http://www.fuehrer.oberstdorf-online.de/alphuetten/ringersgundalpe-pop2.htm in Fichtengestrüpp gerät.
Dort heißt es die Höhe halten mitten hindurch durch die Vegetation zu der Verbauung. Dort sieht man dann schon vor einem Felsabsturz (Girenbad?), der den Weiterweg nach Norden versperrt, die von mir im Oktober erwähnte Forsthütte, wo ich mich auf einem Bierdeckel verewigt hatte.
Von da an ist der Weg bestens bezeichnet und markiert, allerdings wird es im untersten Stück im Buchenwald am Burgstall ganz obskur und rutschig, bis man am Weidezaun ankommt, an dem entlang man auf den Feldweg kommt, wo ein Schild den Weiterweg nach Westen untersagt. Rechts geht es dann zum Golfclub an die Straße nach Spielmannsau.
In den 80ern habe ich am Burgstall schon mal gesucht und seinerzeit einen Gedenkstein an die frühere Burg gefunden.
Wem das nicht abenteuerlich genug ist, der kann den in der Karte von 1906 http://www.fuehrer.oberstdorf-online.de/alphuetten/ringersgundalpe-pop2.htm
verzeichneten Direttissima- Anstieg "in der Bränten" probieren, den ich diese Woche auf der Karte entdeckt habe.
Ich werde mich heuer voraussichtlich neben einer Überschreitung ab Schmalhorn
noch mit den Anstiegen zur Himmelschrofenalpe befassen, siehe http://www.fuehrer.oberstdorf-online.de/alphuetten/himmelschrofenalpe.htm.
Die Beschreibungen dort sind m.E. wesentlich präziser, v.a. in Verbindung mit den aktuellen Bildern, als im AV-Führer.
Bernd
Hallo Thomas,
habe von dem Einsatz der Bergwacht auch nicht mehr gehört, allerdings war es nicht der erste Einsatz in diesem Bergsommer, laut Presse. Zwei Einsätze stehen auch unter Einsatzberichte der Bergwacht Oberstdorf. Heute steht erneut ein Einsatz im Allgäuer Anzeigeblatt von zwei Burschen die irgendwo in den Oberstdorfer Bergen mehrere Biwacknächte verbracht haben.

Bernd
saskiabeck
was ist ein lawinenstrich
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