Lawine am Widderstein
Martin
"++ 31.12.2002, Allgäuer Zeitung ++
Lawine: Verschüttete Männer tot geborgen
Über 100 Helfer bei aufwändiger Suchaktion am Widderstein
Warth/Kempten(sh). - Die beiden nach dem Lawinen-Abgang am Widderstein vermissten Männer sind tot. Bergretter und Gendarmerie bargen gestern ihre Leichen. Über 100 Helfer hatten nochmals das Gebiet abgesucht. Einer der Toten ist laut Gendarmerie der Bruder des Kempteners, der sich selbst befreit hatte.
Wie berichtet, war am Sonntagnachmittag das Schneebrett abgegangen, das die drei Allgäuer Alpinisten unter sich begrub. Während sich einer von ihnen befreien und die Rettungsdienste alarmieren konnte, blieben sein 38 Jahre alter Bruder und ein 37-jähriger Begleiter aus dem Baden-Württembergischen Amtszell unter den Schneemassen verschollen. Sturm, Schnee und die hereinbrechende Dunkelheit hatten dann am Sonntagabend die Suche unmöglich gemacht. Bei Tagesanbruch begannen die Retter erneut, den rund 700 Meter langen Lawinenkegel abzusuchen. Zuvor jedoch mussten im steilen Gelände mehrere Lawinen abgesprengt werden. 103 Bergretter, zwölf Hunde, zehn Alpingendarmen und zwei Hubschrauber durchkämmten anschließend das Gebiet. Zwischen 12.30 Uhr und 13 Uhr stießen die Einsatzkräfte dann auf die Toten. Laut Einsatzleiter Bartle Meusburg galten die drei Bergsteiger, die am Sonntag ohne Skier am Widdersteiner Gipfel unterwegs gewesen waren, als äußerst erfahrene Alpinisten. Dem 34-Jährigen, der den Schneemassen entkam und in ihnen seinen Bruder verlor, gehe es gesundheitlich gut. Er und weitere Angehörige der Toten werden vom Kriseninterventionsdienst betreut.
Weiterhin Lawinengefahr
Die Lawinengefahr in den Alpen bleibt in den nächsten Tagen bestehen. Die Landeswarnzentrale Vorarlberg und der Lawinenwarndienst Bayern hatten für gestern Gefahrenstufe 3 (erheblich) ausgerufen. Schwache Zwischenschichten in der Schneedecke und eine geringe Verbindung des Neuschnees mit dem Altschnee seien verantwortlich für die Gefahrenlage. Kammnahe Steilhänge, Rinnen und Mulden sollten gemieden werden. "
Lawine: Verschüttete Männer tot geborgen
Über 100 Helfer bei aufwändiger Suchaktion am Widderstein
Warth/Kempten(sh). - Die beiden nach dem Lawinen-Abgang am Widderstein vermissten Männer sind tot. Bergretter und Gendarmerie bargen gestern ihre Leichen. Über 100 Helfer hatten nochmals das Gebiet abgesucht. Einer der Toten ist laut Gendarmerie der Bruder des Kempteners, der sich selbst befreit hatte.
Wie berichtet, war am Sonntagnachmittag das Schneebrett abgegangen, das die drei Allgäuer Alpinisten unter sich begrub. Während sich einer von ihnen befreien und die Rettungsdienste alarmieren konnte, blieben sein 38 Jahre alter Bruder und ein 37-jähriger Begleiter aus dem Baden-Württembergischen Amtszell unter den Schneemassen verschollen. Sturm, Schnee und die hereinbrechende Dunkelheit hatten dann am Sonntagabend die Suche unmöglich gemacht. Bei Tagesanbruch begannen die Retter erneut, den rund 700 Meter langen Lawinenkegel abzusuchen. Zuvor jedoch mussten im steilen Gelände mehrere Lawinen abgesprengt werden. 103 Bergretter, zwölf Hunde, zehn Alpingendarmen und zwei Hubschrauber durchkämmten anschließend das Gebiet. Zwischen 12.30 Uhr und 13 Uhr stießen die Einsatzkräfte dann auf die Toten. Laut Einsatzleiter Bartle Meusburg galten die drei Bergsteiger, die am Sonntag ohne Skier am Widdersteiner Gipfel unterwegs gewesen waren, als äußerst erfahrene Alpinisten. Dem 34-Jährigen, der den Schneemassen entkam und in ihnen seinen Bruder verlor, gehe es gesundheitlich gut. Er und weitere Angehörige der Toten werden vom Kriseninterventionsdienst betreut.
Weiterhin Lawinengefahr
Die Lawinengefahr in den Alpen bleibt in den nächsten Tagen bestehen. Die Landeswarnzentrale Vorarlberg und der Lawinenwarndienst Bayern hatten für gestern Gefahrenstufe 3 (erheblich) ausgerufen. Schwache Zwischenschichten in der Schneedecke und eine geringe Verbindung des Neuschnees mit dem Altschnee seien verantwortlich für die Gefahrenlage. Kammnahe Steilhänge, Rinnen und Mulden sollten gemieden werden. "
Martin
Bilderserie dazu unter
http://www.vol.at/Pubs/Redaktion/sub/Vorarlberg/Vorarlberg-123546.shtm
http://www.vol.at/Pubs/Redaktion/sub/Vorarlberg/Vorarlberg-123546.shtm
Patrick
Wenn schon hier davon steht, kurz etwas zum tragischen Unfall. Er hat mich besonders berührt, weil ich nur zwei Tage vorher - 27.12. - dort unterwegs war. Wir machten den Südgrat (4, kombiniert) und stiegen durch die Rinne ab. Der Schnee war so hart, dass wir mit unseren Schuhen kaum einsanken. Dabei sprachen wir noch miteinander, dass bei dieser Steilheit und harten Kruste nur wenig Neuschnee ausreichen würde...
Ob es nun geschneit hat, oder der Schnee aufgeweicht wurde, entzieht sich allerdings meiner Kenntnis.
Ob es nun geschneit hat, oder der Schnee aufgeweicht wurde, entzieht sich allerdings meiner Kenntnis.
Micha
Es lag an der großen Neuschneemenge, die eine sehr schlechte Anbindung an die vereiste Altschneedecke besaß. Deine Vermutung war also richtig. Durch den Wind wurde vermutlich zusätzlich Schnee in die Rinne geblasen - der Lawinenwarndienst hatte explizit vor Rinnen gewarnt; die Rinne am Widderstein ist zudem südwärts ausgerichtet, wodurch die Oberfläche der Altschneedecke sicherlich in den Vortagen mehrmals antaute, was sie nur noch eisiger und rutschiger machte.
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