Muttlerkopf und Öfnerspitze
Thomas K.
Hallo,
wir planen nächstes Wochenende einige Touren von der Kemptner-Hütte aus.
Unser Ziel ist u.a. die Öfnerspitze & Krottenspitze.
Wie ist der Gratübergang vom Muttlerkopf zur Öfnerspitze von den Schwierigkeiten zu bewerten ?
Über einige Tipps würde ich mich freuen.
Viele Grüße
Thomas K.
wir planen nächstes Wochenende einige Touren von der Kemptner-Hütte aus.
Unser Ziel ist u.a. die Öfnerspitze & Krottenspitze.
Wie ist der Gratübergang vom Muttlerkopf zur Öfnerspitze von den Schwierigkeiten zu bewerten ?
Über einige Tipps würde ich mich freuen.
Viele Grüße
Thomas K.
Max
Hallo Thomas,
ich habe die beiden von dir genannten Gipfel im Juli diesen Jahres bestiegen. Der Südwestgrat der Öfnerspitze fußt mit einem 10-Meter-Abbruch. Hier nach links bis zu einem Steinmann und scharf rechts über Geröll zum Grat zurück. Von nun an führen Dich Markierungen dem Gipfel entgegen - das Gelände besteht aus einem Gewirr von Absätzen, Bändern, Schrofen und kleinen Türmen, die umgangen werden. Die Route ist nicht ausgesetzt, aber stellenweise ziemlich luftig. Kletterkönnen im I. Grad und Vertrautheit mit steilen, brüchigen Schrofen ist Pflicht! Achtung auch am Gipfel, der nur aus einer kleinen Platte besteht - also besser keinen Gipfelschnaps :-)
Der direkte Übergang wurde von uns nicht gemacht - sieht ziemlich ausgesetzt aus. Ich zitiere einen Ausschnitt aus dem Bergbuch "Allgäuer Alpen neu entdeckt" von Günter Laudahn:
"Zunächst geht es (vom Muttler aus) auf dem schrofigen, grasigen Grat 50 Höhenmeter hinab in einen Sattel und von dort ansteigend über Schrofen und Blockwerk auf einen begrünten Kopf mit einem Vermessungsstein, bis hierher ohne Schwierigkeiten. Der Kopf bricht mir fast senkrechter etwa 8 Meter hoher Wand in die Scharte (im SW-Grat der Öfnerspitze) ab. Zum oberen Ende der Wand gelangt man in einer kurzen Rechtskehre auf guten Tritten. Die Wand ist durch schmale waagrechte Leisten gegliedert, die den Abstieg ermöglichen, denn außer den Leisten gibt es kaum Haltepunkte. An die unterste Leiste schließt eine 1 Meter hohe etwas überhängende Stufe an. Glücklicherweise hat die Kraft, die die Berge schuf, hier ein etwa 40 cm breites Band angesetzt, auf das man sich, gestützt auf die Leiste hinablässt. Ohne Band wäre der Abstieg wesentlich schwieriger, doch ist er auch so mit II zu bewerten. Nun einige Schritte bis zum engen Spalt zwischen der Wand und dem kleinen Felszacken, zu dem man hinüberspreizt. In der dahinter liegenden schmalen Rinne steigt man einige Meter ab und umgeht den dicken Gratturm rechts auf breiten Felsabsatz. Damit ist die Scharte für die Besteigung der Öfnerspitze erreicht"
Auf www.allgaeuergipfel.de findest du einen reich bebilderten Bericht zur Tour
Ich hoffe, dir ein wenig weiter geholfen zu haben.
Gruß, Max
ich habe die beiden von dir genannten Gipfel im Juli diesen Jahres bestiegen. Der Südwestgrat der Öfnerspitze fußt mit einem 10-Meter-Abbruch. Hier nach links bis zu einem Steinmann und scharf rechts über Geröll zum Grat zurück. Von nun an führen Dich Markierungen dem Gipfel entgegen - das Gelände besteht aus einem Gewirr von Absätzen, Bändern, Schrofen und kleinen Türmen, die umgangen werden. Die Route ist nicht ausgesetzt, aber stellenweise ziemlich luftig. Kletterkönnen im I. Grad und Vertrautheit mit steilen, brüchigen Schrofen ist Pflicht! Achtung auch am Gipfel, der nur aus einer kleinen Platte besteht - also besser keinen Gipfelschnaps :-)
Der direkte Übergang wurde von uns nicht gemacht - sieht ziemlich ausgesetzt aus. Ich zitiere einen Ausschnitt aus dem Bergbuch "Allgäuer Alpen neu entdeckt" von Günter Laudahn:
"Zunächst geht es (vom Muttler aus) auf dem schrofigen, grasigen Grat 50 Höhenmeter hinab in einen Sattel und von dort ansteigend über Schrofen und Blockwerk auf einen begrünten Kopf mit einem Vermessungsstein, bis hierher ohne Schwierigkeiten. Der Kopf bricht mir fast senkrechter etwa 8 Meter hoher Wand in die Scharte (im SW-Grat der Öfnerspitze) ab. Zum oberen Ende der Wand gelangt man in einer kurzen Rechtskehre auf guten Tritten. Die Wand ist durch schmale waagrechte Leisten gegliedert, die den Abstieg ermöglichen, denn außer den Leisten gibt es kaum Haltepunkte. An die unterste Leiste schließt eine 1 Meter hohe etwas überhängende Stufe an. Glücklicherweise hat die Kraft, die die Berge schuf, hier ein etwa 40 cm breites Band angesetzt, auf das man sich, gestützt auf die Leiste hinablässt. Ohne Band wäre der Abstieg wesentlich schwieriger, doch ist er auch so mit II zu bewerten. Nun einige Schritte bis zum engen Spalt zwischen der Wand und dem kleinen Felszacken, zu dem man hinüberspreizt. In der dahinter liegenden schmalen Rinne steigt man einige Meter ab und umgeht den dicken Gratturm rechts auf breiten Felsabsatz. Damit ist die Scharte für die Besteigung der Öfnerspitze erreicht"
Auf www.allgaeuergipfel.de findest du einen reich bebilderten Bericht zur Tour
Ich hoffe, dir ein wenig weiter geholfen zu haben.
Gruß, Max
Bernd a. O.
Hallo,
ich würde das ganze in die andere Richtung machen, geht um einiges leichter.
Bernd a. O.
ich würde das ganze in die andere Richtung machen, geht um einiges leichter.
Bernd a. O.
Thomas K.
Hallo Max und Bernd,
danke für Eure Hinweise - habe auch nochmal bei www.allgaeuergipfel.de nachgeschaut. Es scheint so, als ob der Weg zur Öfnerspitze markiert ist, oder ??? In der Tourenbeschreibung gibt es dazu ein Hinweis bzw. es ist auch auf dem Foto erkennbar.
Ist die Route durchgängig markiert ?
Bernd,
dein Vorschlag ist gut - wir werden uns dann erst Richtung Öfnerspitze (evtl. vorher noch Hornbachspitze) bewegen und beim Abstieg den Muttlerkopf mitnehmen.
Viele Grüße
Thomas K.
danke für Eure Hinweise - habe auch nochmal bei www.allgaeuergipfel.de nachgeschaut. Es scheint so, als ob der Weg zur Öfnerspitze markiert ist, oder ??? In der Tourenbeschreibung gibt es dazu ein Hinweis bzw. es ist auch auf dem Foto erkennbar.
Ist die Route durchgängig markiert ?
Bernd,
dein Vorschlag ist gut - wir werden uns dann erst Richtung Öfnerspitze (evtl. vorher noch Hornbachspitze) bewegen und beim Abstieg den Muttlerkopf mitnehmen.
Viele Grüße
Thomas K.
Georg S.
Hallo,
also ich hab den Übergang vom Muttler auf die Öfnerspitze letztes Jahr gemacht. Die technische Hauptschwierigkeit ist wie von Laudahn beschrieben der Abbruch in die Scharte. Die Beschreibung trifft gut zu. Das ganze ist Dank der Felsleisten eigentlich ganz gut machbar, auch im Abstieg. Außerdem ist es nicht besonders ausgesetzt.
Die Markierungen auf die Öfnerspitze beginnen erst in der Scharte und leiten bis zum Gipfel. Beim Übergang zur Krottenspitze gibt es dann keine Markierungen mehr, ist aber auch nicht schwieriger.
Die Hauptschwierigkeit der Tour ist wohl die Orientierung, ich würde sie auf keinen Fall bei schlechter Sicht machen.
Grüße Georg.
also ich hab den Übergang vom Muttler auf die Öfnerspitze letztes Jahr gemacht. Die technische Hauptschwierigkeit ist wie von Laudahn beschrieben der Abbruch in die Scharte. Die Beschreibung trifft gut zu. Das ganze ist Dank der Felsleisten eigentlich ganz gut machbar, auch im Abstieg. Außerdem ist es nicht besonders ausgesetzt.
Die Markierungen auf die Öfnerspitze beginnen erst in der Scharte und leiten bis zum Gipfel. Beim Übergang zur Krottenspitze gibt es dann keine Markierungen mehr, ist aber auch nicht schwieriger.
Die Hauptschwierigkeit der Tour ist wohl die Orientierung, ich würde sie auf keinen Fall bei schlechter Sicht machen.
Grüße Georg.
Boris Stephan
In umgekehrter Richtung ist der Übergang aus der Scharte zum Muttlerkopf sicherlich einfacher. Es ist schon ein knackiger IIer, aber die Leisten sind Fenstersimsartig breit und man hat immer wieder einen super Stand und der Fels ist ziemlich fest. Am schwierigsten ist der Aufschwung auf das zweite Sims. Der Übergang von der Öfnerspitze zur Krottenspitze vollzieht sich wie folgt: Links unterhalb der Gipfelkrone über zusammengebackenen Schutt zu einem Spalt mit Markierung. Durch den Spalt steil hinab (I+) auf ein Schuttband, welches das oberste einer ganzen reihe ist, welche durch plattige, griffarme Plattenquerrippen voneinander getrennt sind. Nach links (also westlich Richtung Schaferloch) bis man Einblick in die schuttbedeckte Westflanke erhält. Hier an geeigneten Stellen über die folgenden zwei Plattenstufen hinab auf das übernächste Band. Auf dem Band Querung zurück Richtung Grat, wobei ein ansteigendes und etwas abschüssiges Schuttband um eine Ecke leitet (von oberen Band bei Bedarf gut einsehbar). In einer brüchigen Geröllrinne direkt unterhalb des schmalen Grats zu einer kleinen Einschartung und links herum über Schutt in den breiten Sattel vor der Krottenspitze. Über Geröll zum Gipfelaufbau, zum Schluss über einige luftige Blöcke zum aussichtsreichen Gipfel.
Wohl eines der landschaftlich wie alpin interessantesten Unternehmungen im Umfeld der Kemptner Hütte. Der Übergang zum Muttlerkopf lohnt nicht nur wegen der schönen IIer-Kletterei aus der Scharte, sondern auch wegen der fantastischen Rückblicke auf das stolze Gipfelpaar.
Gruß Boris
Wohl eines der landschaftlich wie alpin interessantesten Unternehmungen im Umfeld der Kemptner Hütte. Der Übergang zum Muttlerkopf lohnt nicht nur wegen der schönen IIer-Kletterei aus der Scharte, sondern auch wegen der fantastischen Rückblicke auf das stolze Gipfelpaar.
Gruß Boris
Thomas K.
Hallo Boris,
danke für den Hinweis. Wir haben die Tour in der Zwischenzeit schon durchgeführt, so wie du beschrieben hast.
An der Krottenspitze warst du ja auch vor nicht ganz zu langer Zeit im Gipfelbuch eingetragen -)).
Allerdings sind wir zum Muttlerkopf über eine Rinne in der Scharte zwischen
Muttlerkopf und Öfnerspitze aufgestiegen. War eher ziemlich brüchig, d.h. vermutlich war das nicht die von dir beschriebene Route.
Ansonsten war es eine schöne Tour, allerdings alles im ziemlich brüchigen Gelände. Hat mich stark an den Kratzer erinnert!
Den Winterraum von der Kemptner Hütte fand ich klasse - werde jetzt auchmal die anderen Winterräume antesten. Wir waren am Wochenende zu Fünft auf der Hütte. Ein Einheimischer meinte, dass andere Winterräume in den Allgäuern noch bessser seien.
Gruß
Thomas K.
danke für den Hinweis. Wir haben die Tour in der Zwischenzeit schon durchgeführt, so wie du beschrieben hast.
An der Krottenspitze warst du ja auch vor nicht ganz zu langer Zeit im Gipfelbuch eingetragen -)).
Allerdings sind wir zum Muttlerkopf über eine Rinne in der Scharte zwischen
Muttlerkopf und Öfnerspitze aufgestiegen. War eher ziemlich brüchig, d.h. vermutlich war das nicht die von dir beschriebene Route.
Ansonsten war es eine schöne Tour, allerdings alles im ziemlich brüchigen Gelände. Hat mich stark an den Kratzer erinnert!
Den Winterraum von der Kemptner Hütte fand ich klasse - werde jetzt auchmal die anderen Winterräume antesten. Wir waren am Wochenende zu Fünft auf der Hütte. Ein Einheimischer meinte, dass andere Winterräume in den Allgäuern noch bessser seien.
Gruß
Thomas K.
Andi
Hab heute auch die Tour gemacht, allerdings aus Zeitgründen nur die Öffner... Wenn ich doch bloß Frühaufsteher wär... Der Übergang vom Muttler zur Scharte ist echt toll. Die IIer Kletterstelle fand ich echt super. Man kann relativ leicht eine beinahe senkrechte Wand hinabklettern. Wer etwas Kletterfertigkeit hat, sollte auf jeden Fall direkt vom Muttler über den Grat queren als sich mühevoll über wegrutschendes Geröll an den Einstieg des Öffnerspitz- Südwestgrats zu quälen.
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