erneuter Lawinenunfall

Bernd a. O.
zur Info,
unter Bergwacht Oberstdorf Einsatzberichte steht ein neuer Lawinenunfall vom Samstag, leider mit tödlichem Ausgang. Unfallort war der Wildengundkopf in der Nähe von Einödsbach.

Bernd a. O.
Micha
fast identischer Text, dafür aber mit Bild gibts unter:
http://www.lawinenwarndienst-bayern.de/lawinenunfaelle/unfall.php?ID=21
Max
Echt tragisch, was sich dort wieder ereignet hat! Also ich würde mich ohne ausreichende Kenntnisse nicht an solche Touren wagen - wie dies bei den Tourengehern war, weiß ich natürlich nicht. Ich finde nur, dass die Risiken - vor allem ohne ausreichende Kenntnisse - im Winter viel höher sind als im Sommer. Ich spreche hier für meinen Teil, kann sein, dass es andere Personen anders sehen!

MAx
peter
gerade das Gebiet um die Mindelheimerhütte stufe ich als sehrgefährlich ein, waren mal im Spätherbst bzw. anfang Winter oben und da lag schon sehr viel Schnee.
Bernd a. O.
Hallo Peter,
die Mindelheimer Hütte liegt aber nicht gerade in der Nähe vom Wildengundkopf, der liegt unmittelbar vor der Trettach.

Bernd a. O.
Don Philipow
Im Nachhinein ist man immer schlauer. Was ich aber interessant finde, dass sie den Grad verlassen haben, weil er freigeblasen war. Ich kenn das Gebiet nur im Sommer (als Zustieg zur Trettach), das sind ziemlich steile Grasberge.
Andreas
Das mit den steilen Grasbergen ist genau der Punkt:
Ich war am 30.12. auf dem Wildengundkopf. Der Grat war natürlich abgeblasen, aber ich wäre nie auf die Idee gekommen in die Westflanke auszuweichen (o.k., als Schneeschuhgeher freue ich mich ohnehin über jeden abgeblasenen Grat/Rücken). In jedem Fall sind diese Flanken ideale Bahnen für Schneebretter. Gerade am Höhenzug vom Wildengundkopf Richtung Schmalhorn sieht man bei entsprechenden Verhältnissen an den steileren Abschnitten zahlreiche abgegangene Schneebretter.
Andererseits wären 33 Grad Neigung, falls LWS 2 geherrscht hat, zunächst mal auch nicht sooo problematisch. Wenn es aber eine Triebschneeansammlung war....Also ein endgültiges Urteil ist manchmal schwer zu fällen, wenn man nicht unter den gleichen Verhältnissen vor Ort ist.
Micha
Was ich heftig finde, ist die Anrisshöhe von nur 5-15cm. Das hätte ich als harmlos eingeschätzt. Das Restrisiko fährt halt immer mit.
Don Philipow
By the way: Hatte es an dem Tag nicht Stufe 3?

Gruß

Don Ph vom rav
( www.rav.dd.vu)
Bernd a. O.
Am Vortag war Stufe 2 und den ganzen Tag starker Wind, am Unglückstag war die Gefahrenstufe wieder auf 3.

Bernd a. O.
Andreas
Also ich hab jetzt mal nachgeschaut (habe nämlich die letzten 2 Wochen keinen LLB mehr gelesen und nur vermutet es könnte Stufe 2 geherrscht haben): Für den 28.1. war Stufe 3 angesagt und es wurde vor frisch eingewehten Bereichen im kammnahen Steilgelände auch der Hangrichtung West gewarnt. Da sind die Tourengeher also schon in einen sehr kritischen Bereich vorgedrungen.

Beste Grüsse
Kristian
Hört doch mal auf, Euch an der Zahl 2 oder 3 im LLB festzubeißen.

Viel wichtiger ist es den Text zu lesen. Es ist erschreckend, das viele Tourengeher gar nicht wissen, dass sie sich in einer im LLB genannten Gefahrenzone befinden.

Hier hatten wir am Vortag 2 und am Unfalltag 3.
Aber selbt wenn man den 3er am Tourentag nicht mehr mitbekommen hat, so waren doch die Alarmzeichen kilometerweit zu sehen.
Der Föhnsturm hatte frischen Triebschnee in die Rinnen geweht, in welchen eine dünne Schneedecke aus aufgebautem Schnee lag.
Die Verfrachtungen waren so heftig, dass man die Schneefahnen schon vom Tal aus sehen konnte. Ja sogar die Schneefahnen am Säntis waren vom Allgäu aus mit bloßem Auge sichtbar.

Unabhängig von der Gefahrenstufe sollte man immer darauf achten, ob sich im Laufe des Tages etwas ändert. (Wind, Temperaturanstieg, Niederschläge oder alles zusammen)

Auch beim ersten Fall in diesem Winter ist es den beteiligten entgangen, dass sich vom 30. zum 31. 12. die Verhältnisse grundlegend geändert haben.
Andreas
Hallo Kristian,
natürlich hast Du mit Deinem Posting recht. Daher habe ich die entscheidende Stelle im LLB-Text zusammengefasst zitiert. Die LWS ergibt sich letztendlich ja aus den verschiedenen Gefahrenmomenten.
Nebenbei: Die blöde Warmfront vom 30. auf den 31.12. hat sich pünktlich am Spätnachmittag mit Wolken bemerkbar gemacht und mir auf dem Wildengundkopf ein paar schöne Sonnenuntergangsbilder vereitelt (und dafür friert man sich fast die Finger ab).

Beste Grüsse
Don Philipow
Wie lange dauerts eigentlich normalerweise ungefähr, bis Triebschnee ungefährlich wird bzw. woran kann man das erkennen?
Micha
Ich hab mal was von 3 Tagen gehört. Das kann aber nur eine unwissenschaftliche Angabe sein, da das Setzen/Verbinden mit dem Untergrund stark von der Temperatur abhängt. Und somit natürlich auch von der Exposition. Ist ja eigentlich klar, dass sich nordseitige Triebschneeansammlungen langsamer setzen.
Micha
oliver
Der Faktorencheck berücksichtigt bei der Riskioeinschätzung den Wetterverlauf der letzten 2 - 4 Wochen. Hierbei wird dann anhand der Faktoren Neuschneemenge, Wind, Zeit, Temperatur und Altschneedecke die Schichtverbindung analysiert. Mit entscheidend sind hier natürlich auch die Geländeformen.
Habe mich heuer u.a. mit dem Thema 'SnowCard' und 'Faktorencheck' berücksichtigt und mir die 'Fachpublikation zum Risikomanagement' von Martin Engler besorgt. Viel Theorie, aber auch viel Hintergrundwissen und praktische Fallbeispiele - kann ich jedenfalls nur empfehlen!
Auf unserer Seite habe ich auch mal versucht verschiedene Punkte und Links zum Thema "Lawinen" in einer INFOSEITE zusammenzutragen, um möglichst viele Informationsquellen auf einen Klick zu bekommen - dazu würde mich gerne eure Meinung interessieren (Startseite: http://www.wanderpfa.de)
Mal schönen Dank und Gruß
Oliver
Micha
Wollte hier jemand wissen was der Faktorencheck ist? Dein Posting kommt mir eher vor wie Werbung für deine/eure Homepage, wobei der Hyperlink wegen der Klammer am Ende nicht funktioniert.
Micha
oliver
war als beitrag oder einwurf gedacht zur frage, "wieviel tage es dauert bis triebschnee sich mit der darunterliegenden schicht verbindet". das der link nicht funktionierte habe ich nachdem das teil gepostet war auch gemerkt...liess sich nicht mehr ändern.
werbung ist doch extra zu kennzeichnen, oder? ;o)
oliver
Don Philipow
Der Rav ist eben gegen den "Gabidalismus" und damit auch gegen Werbung ;-)
Micha
Ich schätze Werbung für den RAV selbst ist noch OK.

@Oliver: die Links 'lawinenlehrgang' und 'av-snowcard' sind ziemlich ähnlich, gabs zur '3x3 Muntermethode' keinen Link? Das Lawinenwarndreieck von Durner kannte ich noch nicht; bei Zusatzausrüstung fällt mir spontan quasi als update noch der Lawinenball ein: siehe http://www.lawinenball.at. Meinen Lawinenlagebericht rufe ich immer unter http://www.lawine.org ab. Zusätzlich sind die Schneedeckenberichte vom Bayerischen Lawinenwarndienst sehr hilfreich!

Gruß, Micha
oliver
@micha: danke fürs drüberschauen. habe die hinweise mal eingebaut. den lawinenball find ich einfach nur genial. zudem einen link für die 3x3 munter-methode, stop or go und noch ne andere methode aufgenommen. so langsam kommt ganz schön was zusammen. verwirrend find ich allerdings die bezeichnungen http://www.lawine.org bzw. http://www.lawinen.org - das eine ist eine von ortovox initiierte seite, die andere wird vom lawinenforschungsinstitut der eidgenossen in davos betrieben.
möglichkeiten der information gibt es jedenfalls genügend.
gruß oliver
Micha
Der Lawinenball ist schon eine tolle Sache. Mit 200€ ist er aber ziemlich teuer und nur in Verbindung mit einem LVS-Gerät sinnvoll, da man ihn noch auslösen muss..
Micha
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