Greenhorns in den Allgäuer Alpen

Andreas
wir (Jonas, 8 Jahre und Andreas 42 Jahre) wollen in der Zeit vom 3. bis 9. Sept. 2005 in die Allgäuer Alpen. Da wir zwar Wanderer mit einiger Kondition sind (glauben wir zumindest) aber Greenhorns, was die Allgäuer Alpen betrifft - sind wir auf der Suche nach ein paar Tipps für eine Gipfelwanderung - am liebsten eine schöne, die jetzt im Sommer nicht zu überlaufen ist.

Muss man, wenn man in einer Hütte übernachten will, reservieren?

Gibt es sonst noch Tipps für uns Greenhorns?

Über eine Antwort freuen wir uns.

Jonas und Andreas
Martin
Hallo,
ich würde zumindest für einen ersten Formtest die Nagelfluhkette empfehlen, bspw. die Hörnergruppe oder zwischen Hochgrat und Mittag, dem Immenstädter Hausberg.
Das ist technisch und konditionell weniger anspruchsvoll;
Bergschuhe sind natürlich Voraussetzung.
Weiter südlich kämen als "richtige" Gipfel bspw. Fellhorn, Besler und Rubihorn in Frage, die sind aber alles andere als Geheimtips.
Martin
Lohnend dürfte auch der Aufstieg vom Oytal über die Lugenalpen zum Hahnenkopf (mit Gipfelkreuz und -buch) und
hinab nach Gerstruben sein.
Wesentlich länger ist die Höfatsumrundung vom Oytal über die Käseralpe zum Älpele und von dort nach Gerstruben.
Im Kleinen Walsertal kann man von Baad aus vorbei an Bärgunthütte und Widdersteinhütte den Widderstein umrunden
und, wenn die Kraft reicht, vom Hochalppaß einen Abstecher zur Höferspitze (mit Gipfelkreuz und -buch) machen-aber nicht weiter!
Schließlich bietet sich auch noch der Hohe Ifen an, der Anstieg von der Schwarzwasserhütte aus soll leichter sein als der von der Auenhütte über die Ifenhütte.
Alle diese Wege sind markiert und an heiklen Stellen mit Drahtseilen gesichert.
Etwas seltener besucht und nicht markiert oder gesichert sind die Pfade auf zwei Oberstdorfer Hausberge:
Von der Straße ins Oytal aus führt eine schmale Pfadspur zum Schattenberg (mit Gipfelkreuz und -buch) und weiter mit einer
Engstelle am Grat entlang zum Zeiger und zum Edmund Probst-Haus.
Abstieg mit der Bahn oder über den gesicherten Gleitweg (wie überall im Allgäu: auf dem Weg bleiben!) ins Oytal.
Den Kegelkopf erreicht man von der bewirtschafteten Hinteren Traufbergalpe über die Krautersalpe und den Grat und kommt dann im Abstieg
an der Rautalpe bei Gerstruben heraus. Die Pfadspur war bei meiner Begehung vor drei Jahren nicht zu verfehlen.
Schattenberg und Kegelkopf sind hier im Forum auch schon ausführlich besprochen worden.
AV-Führer und Karte gehören für diese Touren unbedingt dazu, ebenso die Bereitschaft, im Zweifel umzukehren, bevor man sich völlig verfranzt und die Bergwacht beschäftigt.
M.W. veranstaltet Oberstdorf auch für die Kurgäste geführte Gratistouren auf gängige Gipfel.
Mimo
Wenn euch die Hornbachkette nicht zu weit weg ist - wegen der Anfahrt ins Lechtal nach Hinterhornbach ist eine Tour mit Start in Hinterhornbach zum Kaufbeurer Haus(Selbstversorgerhütte-Schlüssel gibts in Hinterhornbach)(Tel.Nr. erfragen auf der Barthhütte)- dann weiter über die Bretterspitze und den Enzensberger Weg zur Barthütte und weiter zur Kemptener Hütte mit der Option Krottenkopf eine bis auf den Krottenkopf nicht überlaufene Variante.
Von der Kemptener Hütte aus hat man viele Möglichkeiten, z.b.: zum Luitpoldhaus und von da aus zum Hochvogel und zurück nach Hinterhornbach oder ihr geht den Heilbronner Weg(leider meist überlaufen) zur Rappenseehütte und von da aus über den Biberkopf nach Lechleiten(von da aus mit dem Lechtalbus zurück nach Hinterhornbach!
Die beschriebenen Touren sind allerdings recht alpin und anspruchsvoll, da müsst ihr schauen, ob das OK ist für euch!
Micha
Hallo Jonas, hallo Andreas!

Die Vorschläge werden hier irgendwie immer alpiner. Von den Kegelköpfen und der Weiterverfolgung des Schattenberggrats nach dem Kreuz möchte ich euch eher abraten. Das sind Touren, wo man schon ein paar weglose Passagen zu meistern hat und die Orientierung eine wichtige Rolle spielt.
Eine in der Hauptsaison nicht überbelegte Hütte in den Allgäuern zu finden ist nicht leicht; ich empfehle gerne die Schwarzenberghütte bei Hinterstein. Generell ist reservieren aber nie falsch, v.a. an Wochenenden. Eine mögliche Tour könnte lauten: Hinterstein - übers Törl zur Schwarzenberghütte (alternativ mit dem Bus zum Giebelhaus), Gr.Daumen - übers Koblat zum Edmund-Probst Haus (evtl. abends nach der letzten Fahrt der Nebelhornbahn aufs menschenleere Nebelhorn) - Laufbacher Eck Weg (Gipfel: Zeiger, Schochen, Laufbacher Eck) durchs Bärgündeletal zur Schwarzenberghütte zurück.
Falls das eure erste Hüttenwanderung ist, sollte das reichen. Es ist kein Fehler nach drei Tagen Bergtour einen Pausentag einzulegen, zB im Wonnemar in Sonthofen, falls die Hochwasserschäden bis dahin behoben sind.

Gruß, Micha
Andreas
Hi Micha,

vielen Dank für die Vorschläge. Wir werden die Tour wohl so wählen und planen:

am Samstag von Hinterstein zur Schwarzenberghütte zu laufuen

am Sonntag dann bis zum Edmund Probst Haus

und am Montag dann zurück durchs Bärgründelestal

Wie lange schätzt Du, wird man denn für die Strecke von der Schwarzenberghütte über den Gr. Daumen zum Edmund Probst Haus brauchen?

Beste Grüße

Jonas und Andreas
Micha
Hallo!

> Wie lange schätzt Du, wird man denn für die Strecke von der
> Schwarzenberghütte über den Gr. Daumen zum Edmund Probst Haus brauchen?

Ich rechne mit 3h bis zum Gr.Daumen und von dort mit weiteren 2h bis zum Edmund Probst Haus. Mit einem 8jährigen kann das aber leicht zur tagesfüllenden Tour werden. Ohne Gipfel dauert die Tour gut 3h. Lasst euch vom Wirt beraten..

Tipp: Parken in Hinterstein ist nicht ganz billig, wenn ich mich recht erinnere, muss man 5€/Tag löhnen. Wenn ihr in Hindelang einen Gratisparkplatz findet, könnt ihr schon dort in den Bus steigen und so Bares sparen!

Gruß, Micha
Jonas Andreas
Hi Micha,

wir haben die Tour jetzt fast so gemacht - bzw. reizte vom Edmund Probst Haus die Talfahrt mit der Seilbahn. Es war aber wunderschön! Am dritten Tag sind wir dann dann - statt weiter zu laufen - in den Alpsee bei Immenstadt gesprungen und haben dort abends gecampt.

Den dritten Teil der Tour haben wir also noch offen. Aber wir werden sicher noch mal wiederkommen.

Übrigens bietet sich in Hinterstein eine günstigere Parkmöglichkeit direkt gegenüber der Bushhaltestelle "Grüner Hut" (hinter der Kappelle) - bei Frau Haas fragen.

Vielen Dank noch mal für den tollen Tipp!

Jonas und Andreas
Micha
Hallo ihr beiden!

Freut mich, dass es euch gefallen hat und Danke fürs Feedback!

Gruß, Micha
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