Steinmandl im Schnee

Thomas
Hallo Thorsten,

bin wieder zurück aus dem Allgäu – habe das letzte verlängerte Wochenende genutzt um nochmal in den Bergen vorbeizuschauen – u.a wollte ich ja zur Hochgundspitze. Leider waren deine Steinmandl nicht zu sehen bzw. nur zu erahnen. Es lag zu viel Schnee. Daher geht’s dann wohl erst wieder im nächsten Jahr.
Mehr als eine längere Hüttentour war nicht möglich, habe daher sozusagen die Rappenseehütte mit abgeschlossen.
Martin hat es da wohl etwas besser. Laut Webcam ist der Schnee deutlich zurückgegangen, obwohl das nächste Tief am Wochenende erneut Schnee bringen könnte.Bin mal gespannt was er vom Himmelsschrofen erzählt, insbesondere vom Auf- bzw. Abstieg aus dem Trettachtal, falls er das plant bzw. ob dies noch möglich ist.
Ansonsten wünsche ich Martin von dieser Stelle noch viel Spaß und viel Erfolg – wäre auch gerne noch dort, aber für mich ist das Thema Allgäu für dieses Jahr beendet.
Wir bereiten uns jetzt auf unsere Nepal-Reise vor. Sind im November 4 Wochen dort und haben einen längeren Trek ins Everstgebiet vor.

Also bis demnächst mal!
Viele Grüße

Thomas
martin
Servus, der Himmelschrofen steht erst morgen auf dem Programm.
Heute bin ich zur Abwechslung mit dem Rennrad über Sonthofen und Hindelang zum Giebelhaus und von dort zur Pointhütte und zur Wengenalpe gefahren.
Zur Wengenalpe ist der Anstieg relativ leicht, viel mehr kann man nicht sagen, weil auf 1100-1200m die Wolkendecke hängt.
Zur Pointhütte sind einige Rampen mit mindestens 15% zu überwinden, den Technikexperten sei gesagt, daß ich heute zum ersten Mal seit Indienststellung meines Rades vor 13 Monaten den Rentnergang/Mariahilfkranz 39/25 brauchte.
Und als ich dann auf 1320m oben war, riß der Nebel auf,die Sonne kam heraus und wärmte, und man hatte einen fantastischen Blick auf Hochvogel und Vorderer Wilder.
An der Pointhütt beginnt übrigens auch der Anstieg zum Prinz-Luitpold-Haus.
Auf dem Rückweg war es dann wieder kalt und trüb, und gegen 5 Uhr nachmittag hat es auch noch zu nieseln begonnen.
Aber das kann natürlich kein Hinderungsgrund für den Himmelschrofen sein!
[anonymous]
Servus,
wie angekündigt, war heute der Himmelschrofen angesagt.
Wenige hundert Meter hinter der Trappersoybrücke beginnt, wie schon erwähnt, der schmale Anstieg im Kahlschlag.
Es geht ziemlich steil bergauf, bis man nach einer guten Stunde erst an einem gefaßten Wasserbecken und dann an den Mauerresten der Hinteren Ringersgundalpe steht.
Dort scheint der Weg aufzuhören,
er biegt aber nach Norden ab und ist mehr zu erahnen als zu sehen.
Es geht, wie in der DAV-Karte ausgewiesen, immer auf gleicher Höhe,
nach Norden, vorbei an den Resten der Vorderen Ringersgundalpe (Dutzende Gemsen), wobei einige Tobel durchquert werden, was umso prickelnder wird,
wenn man drüben keinen Weiterweg sieht.
Faustregel:
Wer mehr als 50 - 100m lang keine Spuren mehr sieht, hat den Weg verpaßt.
Nach einiger Zeit kommt man an die vom Trettachtal aus sichtbaren Lawinenverbauungen, und der Weg scheint ganz verloren.
Wer aber auch hier die Höhe hält,
kommt nach einigen Büschen genau bei der Forsthütte mitten zwischen den Verbauungen heraus.
Im Notfall kann man das Fenster aufdrücken (war heute nicht verriegelt) und sich dort unterstellen.
Wer es bis hierhin gefunden hat,
ist fast schon daheim.
Der Abstieg von der Hütte bis zum Burgstall ist nämlich mit ca. 60-70 roten Punkten markiert, so daß man auch bei Nebel und Nieselregen wie heute nicht mehr fehlgehen kann.
An einer besonders heiklen Stelle ist sogar ein nagelneues Drahtseil angebracht.
Leider hat man bei der Instandhaltung des schmalen Steiges an Steinen gespart, so daß es bei Nässe zu einer lehmigen Rutschpartie ausartet, besonders unten im Laubwald, wo es mich dann zweimal gelegt hat.
Das letzte Stück des Weges verliert sich im Laub, aber entlang des Stacheldrahtzaunes kommt man genau an der Schranke "Burgstall-Privatbesitz-Zugang verboten" heraus, wo man den Fahrweg nimmt, der am Golfclub abzweigt.
Fazit:
Eine menschenleere Entdeckertour für die, die sich auch zwischen Schattenberg und Hüttenkopf zurechtfinden.
Nach Möglichkeit nach einer Trockenphase und nicht alleine gehen, denn vier oder sechs Augen sehen mehr als zwei.
Martin
In der Eile habe ich vergessen, Name und e-mail einzugeben.
Übrigens: Wenn man sich so den Bergwachtbericht und die Beiträge
von Werner Epp (siehe links) durchliest, bekommt man es ja glatt mit der Angst zu tun, wenn man daheim in der warmen Stube sitzt.
Die Kegelköpfe werde ich jedenfalls heuer nicht mehr angehen!
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