Vorderseespitze

MotörMic
Vorderseespitze: wer war denn hier schon mal oben??
Oder hat von jemandem gehört, der einmal oben gewesen sein soll...?

Mich interessieren besonders der Anstieg von Osten (Ostgrat)
und der Abstieg nach Norden, notfalls auch der Südanstieg. Für eine klitzekleine Info wäre ich dankbar...
charly
Hallo --ich bin zwar ....eingeborener , aber gleich ahnungslos , habe aber die frage aan meinen spezel --der ist sicher in der lage infos weiterzugeben , oder zu organisieren --- weitergegeben !
der ist morgen wieder im büro --vieleicht klappt das auf diesem wege ?

gruß charly
charly
Hallo --mein versuch, über meinen kollegen infos zu erhaschen , die sind leider nicht realisierbar , da er das letzte mal vor ~ 20 jahre dort war , und aus diesem grund nicht in der lage ist --ausreichen --und verlässlich , auskunft zu erteilen , was eben am berg notwendig ist !

meine bescheidenen tips beschränken sich auf möglichkeiten , wo du vieleicht tel. infos erhalten kannst !

bergrettungsbezierksleiter ....adi--ADOLF KERBER , der ist berführer !-und wohnt in der gegend , oder du machst dich über die gemeinde KAISERS
schlau , der bürgermeister ist auch ein junger bursche , der vieleicht weiter weis !

charly winkler
Bernd Kassner
Hallo

Die Vorderseespitze hatte ich über zehn Jahre auf meiner Tourenplanung stehen. Mitte Juni 2003 klappte dann die Besteigung über den nordseitigen Ferneraufstieg. Hierzu von Kaisers zum Stierlahnzugjoch und ostwärts gut 150 Höhenmeter absteigen bis kurz vor P.2405 AV -Karte.
Leicht rechts den markierten Weg verlassen und über eine aufgeschichtete Geröllrippe und steile Stufen gerade gegen P.2603(hier hängt auch noch ein fest verankertes Bergseil herunter). Weiter nach links über geröllbedeckte Bänder zum unteren Fernerende. Am rechten Fernerrand empor zu einer kleinen Scharte an welcher der nach Nord-Westen ziehende Schlußgrat beginnt. Zunächst etwas links der Gratkante über griffigen Fels hinauf. Später wird der Grat ausgesetzter und brüchig (II). Vom erreichten Vorgipfel P.2874 einige Meter hinab zur Scharte in welcher die Südrinne endet und über geröllbedeckte Schrofen unschwierig zum Hauptgipfel mit kleinem eisernen Gipfelkreuz und Buch aus den 80er Jahren.
Die beste Jahreszeit dürfte je nach Schneelage Juni und Anfang Juli sein, solange man noch über führigem Restschnee zum Ferner aufsteigen kann. Im Sommer wird unterhalb des Ferners wohl steiler plattiger Fels rausapern. Mitnahme von Pickel und Grödeln empfehlenswert.
Der Aufstieg über die steinschlaggefährdete Südrinne müßte ebenfalls bei gutem Altschnee besser machbar sein. Im Hochsommer wohl eher eine anstrengende Geröllschinderei.
Den Ostgrat hab ich nicht gemacht. Laut Alpenvereinsführer soll der erste Steilaufschwung II+ die schwierigste Passage sein. Im weiteren Verlauf legt sich der Grat aber mehr zurück.
Bei erfahrenen Skibergsteigern gilt die Vorderseespitze als eine der anspruchvollsten Skitouren in den Lechtalern. Der Berg wird im Winter/Frühjahr auch etwas öfter bestiegen als im Sommer. Trotzdem halten sich die Begehungen sehr stark in Grenzen.
Grüsse Bernd
MotörMic
toll, vielen Dank für die Infos!!
Dann kann's ja in gut 2 Monaten losgehen!
Na ja, so seit 10 Jahren steht dieser Berg wohl mittlerweile auch auf meiner Wunschliste..... Wenn's geklappt hat, melde ich mich hier mal kurz... (denn vorher ist noch die Kaltwasserkarspitze dran :-)
Boris Stephan
Wozu einen AVF kaufen, wenn es Bernd Kassner gibt :-). Ich kenne mich in den Lechtalern zwar null aus, aber es war mal wieder beeindruckend, wie genau du die Route und die Schwierigkeiten noch im Kopf hast. Alle Achtung, vor allem wenn man bedenkt, wieviel Touren du im Jahr so machst.

Hut ab,

Grüßle Boris
Friedhelm
War September 2003 auf der Vorderseespitze. Bin über Ostgrat aufgestiegen und über Südrinne runter. Die Beschreibung von Bernd kassner passt sehr gut. das Gipfelbuch wird 2004 10 Jahre alt. Da sieht man im Gegensatz zu manch anderem Berg, wie oft dieser besucht wird; im Winter öfter als im Sommer.
Es ist ein herrlicher Aussichtsberg.
Gruß Friedhelm aus Bach
MotörMic
hi Friedhelm,

wie ist denn der Ostgrat so? Muß man dafür Halbprofi sein oder schafft man es auch als Otto-Normalverbraucher allein und ohne Seil? (sprich: Ist es schwieriger als II ??)
Nachdem es bei mir im Frühjahr leider nicht mit der Vorderseespitze geklappt hat, hoffe ich auf eine Gelegenheit im Herbst...

viele Grüße
Michael
Friedhelm
Otto-Normalverbraucher ist für diesen Gipfel vielleicht zu wenig. Dieser Gipfel ist nicht markiert, man gewisses Orientierungsvermögen. Im Alpenverseinsführer Lechtaler Alpen mit der AV-Karte Parseierspitze 1:25000 ist er gut beschrieben.\n
Der Fels ist sehr brüchig. Man muß am Besten immer zweimal hingreifen, bevor man sich auf den Felsgriff verläßt. Alleine sollte man solche Touren nicht unternehmen. Meiner Meinung braucht man kein Seil-ich bin ohne geklettert.\n
Den Ostgrat geht man am besten vom Alperschon Joch. Man hält sich beim ersten Aufschwung eher rechts, dann weiter auf und neben dem Grat bis zum Abstieg zum Schneefeld. Dieser quert man so hoch wie möglich bis man den nächsten Felsaufschwung angeht. Dieser ist nicht schwieriger als die erste Kletterpartie. man erreicht den Vorgipfel und steigt dann auf einen kleinen Sattel ab. Hier führt auch die Südrinne herauf. Bietet sich für den Abstieg an. Dieser Sattel war letztes Jahr bei meinem Besuch mit Schnee bedeckt. Vorsicht, der Schnee kann eisig hart(Sommerhärte) sein. Dann hat man nicht mehr weit zum Gipfel mit seinem kleinen Gipfelkreuz. Die Aussicht ist grandios.\n
Auch wird die Vorderseespitze im Winter mehr frequentiert als im Sommer. Das Gipfelbuch ist heuer(2004) 20 Jahre alt.\n
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Ich hoffe, ich konnte weiterhelfen und wünsche noch einen schönen Bergsommer\n
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Berg Heil \n
Friedhelm
nike
Hallo jungs!!!
Würde gerne wissen wie es mit der Südrinne so ist!
Bitte um Infos über Schwierigkeiten bzw. über den Aufstieg.
Danke!!!
Andi
An dieser Stelle sollte dringend noch vor einer leichtfertigen Querung des Ferners gewarnt werden! Er hat zum Teil große Spalten, die meist den kompletten Sommer über nicht sichtbar sind. Nicht mal der AV-Führer verliert ein Wort drüber...
Trotzdem, die Vorderseespitze is absolut der Hammer. Gehört für mich zu den non-plus-ultra Bergen im Lechtal!
MotörMic
hallo Andi,
Danke für den Hinweis! Hätte ich jetzt gar nicht vermutet das mit den Spalten. Hast Du den Nordan-(oder -abstieg) gemacht oder die Spalten vom Gipfel gesehen?
Wie war denn Deine Route?
Also im kommenden Frühjahr/Frühsommer hat dieser Gipfel wirklich
Priorität 1 bei mir...!
viele Grüße
Michael
Andi
Hi Michael!
Als ich vor n paar Wochen beim Aufstieg zur Vallesinspitze am Kaiserjochhaus vorbeigekommen bin hab ich mich mit dem Hüttenwirt über die Vorderseespitze unterhalten. Ich wollte Wissen, wie der Anstieg von Norden her so is, da hat er mich gewarnt den Ferner in der Mitte zu betreten. Im heißen Sommer 2003 hat er angeblich meterbreite Spalten gesehen, was ich zuerst auch nicht glauben konnte.
Wenige Tage später wollt ich es wissen, wie der einsame Traumgipfel so is. Da ich allein war hab ich die ungefährlichste Route, die Südrinne gewählt und oben vom Gipfel aus tatsächlich n paar kleine Spalten gesehen. Gut möglich, dass 2003 mehr von denen sichtbar war...
Wie oft warst Du schon oben? Bei mir wars erst des erste Mal. Meinst Du, dass im Frühsommer bei Firn der Gipfel leichter zu ersteigen is?
Viele Grüße,
Andi
MotörMic
hallo Andi,
war immer noch nicht auf der Vorderseespitze; hoffe endlich auf Frühsommer 2006!
Geplant: Ostgrat rauf; Norden runter, mit viel Firn sicher viel angenehmer.
Falls Ostgrat zu schwierig: Südrinne!
Und wie war's an der F(V?)allesinspitze?? Da liest man auch wenig, um zu sagen nichts von irgendwelchen Besteigungen...
Gruß Michael
Andi
Hi MotörMic!
Fallesinspitze war echt gut und sehr einsam, hat was von Abenteuer. Wenn man die richtige Route findet, is der Aufstieg sogar viel leichter als erwartet. Bis auf ein bis zwei kurze und kaum ausgesetzte Stellen nur Gehgelände. Ich war zuvor schon mal am Stanskogel, um mir ne Übersicht über den Aufstieg zu verschaffen.
Bin dann von Kaisers ins Almajurtal, in Richtung Bodenalpe. Wo die einsame Brücke verloren im Flussbett steht über nen Fahrweg bergan bis er verschwindet, dann durch den Wald, später kurz Latschen zu nem Geröllfeld in der Nordflanke (Steigspuren), des bis zum Grat hinaufreicht. Dann weiter anstrengend über ne relativ steile Wiese, die oben an ner Schlucht endet, die des gesamte Gipfelmassiv durchquert. Bei der Querung der Schlucht braucht man kurz die Hände, is aber kaum ausgesetzt. Ab hier hat man schon nen super Blick nach Kaisers hinab. Dann immer auf Grathöhe weiter über Steigspuren (3 Steinmänner) im Geröll unschwierig zum Gipfel, der nach Gipfelbuch seit 2 Monaten nicht mehr besucht wurde. Des Buch is 5 Jahre alt, es sind vielleicht 7 - 8 Seiten beschrieben, wobei die Hälfte davon immer von dem gleichen Typen is. Der hat auch des Kreuz gestiftet.
Wer guten Orientierungssinn besitzt und auf Einsamkeit im Gebirge steht wird den Gipfel mögen! Kann ihn Dir nur empfehlen.
Viele Grüße, Andi
Andi
Hi nike!
Ob Du die Südrinne magst oder hasst hängt ganz davon ab, was für n Bergsteigertyp Du bist. Im aperen Zustand ist der Aufstieg eine der abartigsten Schindereien, die ich je gemacht hab.
Du gehst von Hinterseejoch ca. 120 Höhenmeter runter, zunächst weiter auf dem Höhenweg. Nach wenigen Metern steigst Du nach links über Gras auf (die Wand unterhalb des Südwestgrats zu Deiner Linken) bis an den unteren Rand des Geröllfelds, welches unterhalb der Südwände liegt. Dieses Geröllfeld endet oben in mehreren Rinnen, es kommt drauf an, die richtige Rinne zu erwischen: Nimm von den 2 breitesten, in denen auch am meisten Geröll von allen Rinnen liegt und die direkt nebeneinander liegen, die Rechte. Der Anstieg durch das lockere Geröll wird Dich saumäßig viel Schweiß und Ehrgeiz kosten. In der Rinne dann wird des Geröll so locker und noch steiler, dass ein Aufstieg direkt in der Rinne kaum mehr sinnvoll is. Am besten weichst Du die ersten 100 m in der Südrinne auf den Fels links direkt neben der Rinne aus. Ungefähr 50 Höhenmeter vor der dann sichtbaren Scharte zwischen Hauptgipfel und Vorgipfel kann man nach rechts in eine neue Rinne ausweichen, die direkt auf den Vorgipfel führt. Für meinen Geschmack is die etwas weniger mühevoll, am Fels neben dieser Rinne sind gute Griffe. Vom Vorgipfel dann wieder kurz hinab in die angesprochene Scharte. Wenn Dus bis hierher geschafft hast is der Weg bis zum Gipfel nicht mehr besonderes anspruchsvoll und Steigspuren werden sichtbar, die den günstigen Anstieg aufzeigen.
Im Abstieg fand ich die Südrinne dann aber sehr bequem, vor allem auf dem Geröllfeld unterhalb lässt sichs dann wunderbar runter rutschen. Arsch- Boden- Kontakt is natürlich schon eingeplant.
Wenn Du die Vorderseespitze wirklich willst und n richtiger Bergsteiger- Idealist bist, dann kann ich Dir den Aufstieg schon empfehlen. Er ist gnadenlos anstrengend, kaum ausgesetzt, nur etwas steinschlaggefährlich vielleicht. Für "Normalo" Bergsteiger allerdings wohl wenig sinnvoll.
Viele Grüße, Andi
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