Im Lechtal tobt der Bär
Martin
Zwei Meter großer Braunbär zieht weiter durch das Lechtal
Meister Petz brach Bienenstände auf und wanderte quer durch das Tal.
Artikeltext: "Wie gehts? Bärig!" Im Außerfern kursieren bereits erste Kalauer - kaum ist ein rund zwei Jahre alter Braunbär im Lechtal aufgetaucht. So nett das Pelztier auch erscheinen mag, der WWF ist ein wenig besorgt, dass sich das Tier so nahe zu Häusern und Menschen wagt. "Für beide Seiten keine ideale Situation", erklärt Toni Vorauer vom WWF Tirol. Er inspizierte am Mittwoch die Spuren, die der Braunbär im oberen Lechtal seit Montag gleich mehrfach hinterlassen hat.
Nach seinem montagabendlichen Vorbeimarsch an Häusern in Holzgau (die TT berichtete) nahm er sich Dienstagabend fast 20 Kilometer weiter ein Bienenhaus in Häselgehr vor. Martin Wehrmeister war gerade im Bad, als sein Schäferhund anschlug. Der ehemalige Waldaufseher ging vors Bauernhaus und sah sich dem Braunbär direkt gegenüber. Zuerst glaubte er an einen Dachs, denn vom Auftauchen des Riesen im Lechtal hatte er noch nichts vernommen. Meister Petz zottelte vom Hund verbellt nur kurz davon, um sich nach fünf Minuten schon wieder am Bienenhaus zu schaffen zu machen. Dort riss er eine Stellage herunter und schleckte die Bienenwachsschmelze aus. Daraufhin verrammelte der Wehrmeister mit seinem Sohn die Tür zum Bienenhaus, auch die Stalltür blieb nicht länger offen.
Wenige Kilometer weiter in Elmen musste dann ein wilder Bienenstock dran glauben. Der Brummi kegelte den Baumstumpf durchs Wasser, um ungestört an die Mahlzeit zu kommen. Auch Knochen von Fallwild nagte er akribisch ab.
Bär extrem mobil
Für den WWF ist es auffällig, dass das Tier weiterhin extrem mobil und in der Nähe von Menschen unterwegs ist. Allerdings sei es für ein so junges Bärenmännchen üblich, dass es in kurzer Zeit so große Distanzen zurücklegen kann. Dass sich der Bär immer wieder in der Nähe von Siedlungen oder Ställen sehen lässt, sei aber ungewöhnlich und auch nicht völlig ungefährlich. Toni Vorauer: "Normalerweise würden Menschen diese Wanderungsbewegungen gar nicht wahrnehmen, da ein Bär oft wochenlang unbemerkt in den Wäldern unterwegs sein kann."
Das Jungtier ist ein echter Europäer, wahrscheinlich Italiener, und könnte aus der Brenta stammen. Seine beiden Eltern wären dann Slowenen, die dort wieder eingesetzt wurden. "Der Lechtaler Zugang mit Namen JJ2 könnte den Winter im Raum Nauders verbracht haben und weitergewandert sein. Im Montafon hat er schon Tiere gerissen," weiß Vorauer. Ein Gen-Analyse werde am Freitag Klarheit bringen.
In die Falle locken
Ein Bärenanwalt wird heute mit einer Falle im Lechtal eintreffen. Zum Einsatz kommt die zwei Meter lange Röhre mit Köder oder das Betäubungsgewehr. Der Bär sollte dann nach Möglichkeit mit einem Halsband ausgestattet werden, an dem ein GPS-Sender befestigt ist. Dieses Band stört den Bären nicht in seiner Bewegungsfreiheit, ermöglicht aber die genaue Lokalisierung des Tieres.
"Wir sind überzeugt, dass es notwendig ist diesen Bären mit einem Sender zu versehen und ihn möglichst wieder die Scheu vor dem Menschen zu lehren", sagt Beate Striebel vom WWF-Bärenprojekt. Das "Vergrämen" des Bären vor Menschen wird durch den gezielten Beschuss mit Gummigeschossen erreicht. Ein Einsatz der Bären-Eingreiftruppe des WWF ist übrigens erst dann möglich, wenn der Bär sich an einem Ort länger aufhält. Meister Petz, der sich zur Zeit im Schwarzwassertal oberhalb Weißenbachs aufhalten soll, hat also aufregende Stunden vor sich - sollte er sich erwischen lassen. <
Quelle: TT
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(c) Tirol Online 2006 www.tirol.com
Quelle:
http://www.tirol.com/chronik/oberland/37185/print.do
Meister Petz brach Bienenstände auf und wanderte quer durch das Tal.
Artikeltext: "Wie gehts? Bärig!" Im Außerfern kursieren bereits erste Kalauer - kaum ist ein rund zwei Jahre alter Braunbär im Lechtal aufgetaucht. So nett das Pelztier auch erscheinen mag, der WWF ist ein wenig besorgt, dass sich das Tier so nahe zu Häusern und Menschen wagt. "Für beide Seiten keine ideale Situation", erklärt Toni Vorauer vom WWF Tirol. Er inspizierte am Mittwoch die Spuren, die der Braunbär im oberen Lechtal seit Montag gleich mehrfach hinterlassen hat.
Nach seinem montagabendlichen Vorbeimarsch an Häusern in Holzgau (die TT berichtete) nahm er sich Dienstagabend fast 20 Kilometer weiter ein Bienenhaus in Häselgehr vor. Martin Wehrmeister war gerade im Bad, als sein Schäferhund anschlug. Der ehemalige Waldaufseher ging vors Bauernhaus und sah sich dem Braunbär direkt gegenüber. Zuerst glaubte er an einen Dachs, denn vom Auftauchen des Riesen im Lechtal hatte er noch nichts vernommen. Meister Petz zottelte vom Hund verbellt nur kurz davon, um sich nach fünf Minuten schon wieder am Bienenhaus zu schaffen zu machen. Dort riss er eine Stellage herunter und schleckte die Bienenwachsschmelze aus. Daraufhin verrammelte der Wehrmeister mit seinem Sohn die Tür zum Bienenhaus, auch die Stalltür blieb nicht länger offen.
Wenige Kilometer weiter in Elmen musste dann ein wilder Bienenstock dran glauben. Der Brummi kegelte den Baumstumpf durchs Wasser, um ungestört an die Mahlzeit zu kommen. Auch Knochen von Fallwild nagte er akribisch ab.
Bär extrem mobil
Für den WWF ist es auffällig, dass das Tier weiterhin extrem mobil und in der Nähe von Menschen unterwegs ist. Allerdings sei es für ein so junges Bärenmännchen üblich, dass es in kurzer Zeit so große Distanzen zurücklegen kann. Dass sich der Bär immer wieder in der Nähe von Siedlungen oder Ställen sehen lässt, sei aber ungewöhnlich und auch nicht völlig ungefährlich. Toni Vorauer: "Normalerweise würden Menschen diese Wanderungsbewegungen gar nicht wahrnehmen, da ein Bär oft wochenlang unbemerkt in den Wäldern unterwegs sein kann."
Das Jungtier ist ein echter Europäer, wahrscheinlich Italiener, und könnte aus der Brenta stammen. Seine beiden Eltern wären dann Slowenen, die dort wieder eingesetzt wurden. "Der Lechtaler Zugang mit Namen JJ2 könnte den Winter im Raum Nauders verbracht haben und weitergewandert sein. Im Montafon hat er schon Tiere gerissen," weiß Vorauer. Ein Gen-Analyse werde am Freitag Klarheit bringen.
In die Falle locken
Ein Bärenanwalt wird heute mit einer Falle im Lechtal eintreffen. Zum Einsatz kommt die zwei Meter lange Röhre mit Köder oder das Betäubungsgewehr. Der Bär sollte dann nach Möglichkeit mit einem Halsband ausgestattet werden, an dem ein GPS-Sender befestigt ist. Dieses Band stört den Bären nicht in seiner Bewegungsfreiheit, ermöglicht aber die genaue Lokalisierung des Tieres.
"Wir sind überzeugt, dass es notwendig ist diesen Bären mit einem Sender zu versehen und ihn möglichst wieder die Scheu vor dem Menschen zu lehren", sagt Beate Striebel vom WWF-Bärenprojekt. Das "Vergrämen" des Bären vor Menschen wird durch den gezielten Beschuss mit Gummigeschossen erreicht. Ein Einsatz der Bären-Eingreiftruppe des WWF ist übrigens erst dann möglich, wenn der Bär sich an einem Ort länger aufhält. Meister Petz, der sich zur Zeit im Schwarzwassertal oberhalb Weißenbachs aufhalten soll, hat also aufregende Stunden vor sich - sollte er sich erwischen lassen. <
Quelle: TT
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(c) Tirol Online 2006 www.tirol.com
Quelle:
http://www.tirol.com/chronik/oberland/37185/print.do
Micha
Hallo Martin,
ich wollte gerade ähnliches posten. Laut http://tirol.orf.at/stories/109985/ handelt es sich aber nicht um JJ2, sondern um ein bisher unbekanntes Tier. Unten am Bericht des Hyperlinks befinden sich zwei weitere interessante Links. Irgendwo beim Surfen hab ich auch gelesen, dass man dem Bär das Ammergebirge als Revier geben wolle. Mal schauen, wie sich das noch entwickelt..
Grüße, Micha
ich wollte gerade ähnliches posten. Laut http://tirol.orf.at/stories/109985/ handelt es sich aber nicht um JJ2, sondern um ein bisher unbekanntes Tier. Unten am Bericht des Hyperlinks befinden sich zwei weitere interessante Links. Irgendwo beim Surfen hab ich auch gelesen, dass man dem Bär das Ammergebirge als Revier geben wolle. Mal schauen, wie sich das noch entwickelt..
Grüße, Micha
Max
Also ich für meinen Teil möchte so einem Bär im Gebirge nicht begegnen, am Ende frisst er noch die Gipfelbrotzeit weg :-) Das wär aber sicherlich das geringste Übel. Mal im Ernst: Sehen würd ich den schon gern mal...
Gruß, Max
Gruß, Max
Micha
Der Bär ist jetzt leider platt. Heute Abend kommt noch mal eine Reportage:
Das Erste, Montag, 26.06.06, 21:45 Uhr "Jagd auf Bruno", Länge: 30 Minuten
Grüße, Micha
Das Erste, Montag, 26.06.06, 21:45 Uhr "Jagd auf Bruno", Länge: 30 Minuten
Grüße, Micha
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