Großstein

Andi
Liebe Lechtal- Freaks!
Gerne würd ich meinen Bergsommer mit ner Tour auf den Großstein (Torspitzgruppe) ausklingen lassen. Da im AV-Führer meiner Meinung nach gerade bei den eher unerschlosseneren Bergen im Lechtal die Routenführung nicht immer klar wird und Schwierigkeitsangaben (z.B Den Vallesinspitze NW-Kamm als IIer einzustufen ist völlig übertrieben) nicht immer so genau zutreffen, möcht ich gern n paar Infos von euch einholen.
Besonders interessieren würd mich der Nordgrat von der Schafkarscharte aus, allerdings bin ich auch für jede andere Route dankbar. Sind n paar Steinmänner oder Trittspuren vorhanden? Welcher Aufstieg is der günstigste?
Vielen Dank, Andi
Micha
Schau mal unter www.madau.com/html/hausberg.html. Ich selbst war noch nicht oben und kann deswegen nicht beurteilen, ob Kletterei im II. (AVF) oder im III. (madau.com) Schwierigkeitsgrad ansteht.
Gruß, Micha
Bodo
Hallo Andi,

würdest du bitte so nett sein und eine kleine Tourenbeschreibung zum Vallesinspitz abzugeben. Der AV-Führer ist da irgendwie recht ungenau. Mich würde vor allem interessieren wie das Gestein dort ist (fest, brüchig) und die Steilheit des Geländes. Ist der NW-Kamm übersichtlich, vor allem beim Zustieg dorthin?
Viele Grüße

Bodo
Andi
Hallo Bodo,

der AV- Führer (hab den von 1972) beschreibt den NW- Grat nur unzureichend, der angegebene Schwierigkeitsgrad II wird meiner Meinung nach bei richtiger Routenfindung nirgends erreicht.
Den NW- Kamm finde ich schon übersichtlich, allerdings kann der günstigste Zustieg zum NW- Kamm hin vom Kleinkar nördlich des Gipfelmassivs leicht verfehlt werden.
Bei meiner Tour auf die Vallesinspitze im September 2005 bin ich zuerst von Kaisers aus ins Almajurtal in Richtung Bodenalpe gegangen. Nach ca. einer 3/4 Std. zweigt ein Fahrweg nach rechts zur Mahdbergalpe ab. An dieser Stelle hab ich den Almajurbach gequert und bin gegenüber auf einem Forstweg in Richtung Kleinkar gewandert. Der Weg verliert sich nach ca. 20 Min. im Wald. Man steigt dann einfach weiter bergan, mäßig steil durch den Wald bis der Wald oben von Latschen begrenzt wird und durchquert die Latschen an geeigneter Stelle, um dahinter auf einem Geröllfeld weiter bergauf zu gelangen. Wander dann einfach so weit Richtung Osten ins Kleinkar hinein, bis zu Deiner Rechten ein Geröllfeld sichtbar wird, des bis zum Grat hinaufreicht. Auf diesem Geröllfeld erleichtern auf einiger Steigspuren den Aufstieg. Oben am Grat folgt man weiter den Wegspuren in Richtung Süden, bis man alle Latschen endgültig hinter sich gelassen hat. Die Wegspuren verlieren sich unterhalb einer relativ steilen Wiese, die ostwärts ca. 200 Höhenmeter sehr anstrengend hinaufführt. Sie endet oben auf ca. 2550 m an einer Schlucht, die von Süden her das gesamte Gipfelmassiv durchquert. Bei der Querung der Schlucht braucht man kurz die Hände, is aber kaum ausgesetzt. Man quert sie am besten am höchsten Punkt dierkt am Grat. Ab hier hat man schon nen super Blick nach Kaisers hinab. Dann immer auf Grathöhe weiter über Steigspuren (3 Steinmänner) im Geröll unschwierig zum Gipfel, der nach Gipfelbuch seit 2 Monaten nicht mehr besucht wurde. Des Buch is 5 Jahre alt, es sind vielleicht 7 - 8 Seiten beschrieben, wobei die Hälfte davon immer von dem gleichen Typen is. Der hat auch des Kreuz gestiftet. Im Winter sind auch Skitouren auf den Gipfel möglich.

Des Geröll is im Großen und Ganzen is das Geröll relativ fest, verglichen mit der Südrinne der Vorderseespitze z.B. ein Traum :-). Allerdings empfehle ich, dass man sich gerade im oberen Teil vom der unmittelbaren Nähe Grat fern hält, da ein Ausrutscher dann vielerorts fatale Folgen haben könnte.
Wenn Du also über den NW- Kamm steigen willst, brauchst Du Dir über brüchiges Gestein keine Sorgen machen, da man eh nicht klettern muss.

Der vom Kaiserjochhaus her kommende kann auch ins Kleinkar durch die Gfallkarscharte (zwischen Zwölferspitze und Vallesinspitze) gelangen, indem man das Geröllfeld unterhalb der Vallesin quert und jenseits der Scharte dann wieder absteigt. Man kann von dort aus auch (schwierig) direkt auf den Gipfel aufsteigen, hab ich aber noch nicht gemacht. Das Stück unterhalb der Scharte liegt im Schwierigkeitsgrad II.

Ich find die Vallesinspitze echt stark, grad auch aufgrund der Einsamkeit. Kann Dir den Berg nur empfehlen und werd bald wieder am Gipfel anzutreffen sein :-) !
Viele Grüße,
Andi
Bodo
Hallo Andi,

vielen Dank für deine ausführliche Beschreibung! Eine Frage hätte ich allerdings noch: Wie kann es sein, dass die von dir erwähnte Wiese auf 2550 Meter endet. In meiner AV-Karte Lechtaler Alpen (Arlberggebiet) ist auf dieser Höhe nur Fels eingezeichnet! Eines ist mir glaube ich auch unklar: Wird der NW-Kamm aus dem eigentlichen Kleinkar betreten oder von dem Geröllfeld links der Bezeichnung Grähnegg (AV-Karte)?

Vielen Dank im Voraus

BODO
Andi
Auf der erwähnten Wiese sind ungefähr 200 Höhenmeter zurückzulegen. Ihr oberer Rand befindet sich auf ca. 2550 Meter. Man kann die obere Hälfte auch als begrüntes Geröll sehen... Aber des is bei der Höhe eigentlich klar.

Die Arlberggebiet-Karte hab ich leider nicht, aber es is bestimmt möglich, den NW- Kamm auch von Süden her auch anders zu erreichen. Von Norden her is jedoch die beschriebene Route ziemlich sicher die Günstigste. In meiner Karte is des komplette Gebiet nördlich der Vallesinspitze und östlich der Gfallkarscharte mit "Kleinkar" bezeichnet...
Wenn Du in Kaisers aufbrichst, schau Dir den ganzen Berg am besten gut an. Dann wird schnell klar über welches Geröllfeld ich den Grat erreicht hab.

Kannst auch Deine Email- Addy da lassen, dann schick ich Dir n paar Fotos mit eingezeichnetem Aufstieg!

Gruß, Andi
Andi
N kleiner Fehler: Des Gebiet WESTLICH der Gfallkarscharte heißt "Kleinkar"...
Bodo
Yep, jetzt dürfte es keine Missverständnisse mehr geben. Ich hatte noch ein Bild von der Rotschrofenspitze (war da letztes Jahr), dort sieht man den Aufstieg ganz gut. Wenn mal im Kar ist, dürfte es keine Probleme mehr geben.

Bodo
Max
Servus Andi,

ich wäre auch an Bildern zur Vallesinspitze informiert! Wäre es möglich, dass du mir eine Auswahl an folgende Adresse schickst?

max.schuler[at]gmx.net

Viele Grüße

Max
Kristian
Also die Vallesinspitze bietet über den NW Grat nur Gehgelände. Im Spätwinter kann man bei guten Verhältnissen mit Ski bis zum Gipfelkreuz aufsteigen.

Vielleicht kann ja der Webmaster mal erklären, wie man hier ein Bild postet.
Kristian
Zum Großstein:
Der Gipfelblock kann von Norden her so im Bereich II-III (eher II) erklettert werden. Es sind nur wenige Meter. Sehr schön ist Westgrat. Er ist nur wenig schwerer und eigent sich gut für eine kruzweilige seilfreie Kraxelei. Siehe AV Führer Er ist aber leichter, wie dort angegeben.
Ebenfalls sehr schön ist die Überschreitung von der Südl Torspitze. Wenn du seilfrei gehts, solltest du den Roßkarturm allerdings ostseitig umgehen, was auch recht gut geht. Dessen überkletterung ist nämlich wirklich gut IV. Ansonsten ist diese Überschreitung eine herrliche Tour und bei optimalen auffinden der Route kaum schwieriger als II. Etwas Klettertechnische Reserven sollten aber nicht schaden.
Webmaster
Hallo Max,

anbei die Beschreibung und das Foto von Kristian. Um das Foto zu sehen, mußt du allerdings das Forum aufrufen.

Gruß,
Thorsten

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Anbei das Bild der Vallesinspitze mit der von uns gewählten Aufstiegs und
Abfahrtsroute inkl. Verhauern.
Der untere Teil verläuft auf einer Forststraße, dann folgt ein Stück Wald mit
Windbruch bis man freies Gelände erreicht.
Ob dieser Anstieg der Weisheit letzter Schluß ist, kann ich nicht sagen, jedenfalls
konnten wir auf dieser Route mit Ski bis zum Gipfelkreuz aufsteigen.

Andi
Das Bild beschreibt die richtige Route sehr gut. Bin im Sommer genauso aufgestiegen...

Gruß,
Andi
Andi
Hi Kristian!
Danke für die Beschreibung, hört sich ganz nach meinem Geschmack an. Hätte nicht gedacht, noch Infos von jemandem zu bekommen, der sich richtig auskennt in dem einsamen Eck. Wenns die Schneelage in den nächsten Tagen/Wochen noch einigermaßen zulässt werd ich den Großstein wahrscheinlich erst mal von Norden her probieren, ansonsten Westgrat.
Gestern an der Leiterspitze stand ich kurz unterm Gipfel schon bis zur Hüfte im Schnee...
Übrigens: Dein Bild von der Vallesinspitze find ich auch gut. Bin auch schon über genau den gleichen Weg aufgestiegen, er is ziemlich sicher der "Weisheit letzter Schluss"...

Gruß,
Andi
Boris Stephan
Hallo Kristian,

der Westgrat des Großstein ist im von Herrn Seibert überarbeiteten Führer "alpin" mit "wenige Stellen II" bewertet. Kommt das hin? Du schreibst ja, dass du den Westgrat eher etwas schwieriger als die Nordflanke bewerten würdest. Toll dein Hinweis mit der Überschreitung. Gibt es hier ausgesetzte Passagen oder ist noch eher alles Schrofengelände. Als "anspruchsvollere" persönliche Referenzen in den Lechtalern könnte ich nennen Parzinnspitze, Vorderseespitze über Ferner + SO-Grat, Parseierspitze, Rotkopf (S)O-Grat (Muttekopfgebiet), was alles ganz gut ging. Etwas überfordert war ich am N-Grat der Saxerspitze. In den Allgäuern würde ich Überschreitung Hermannskarspitze als meine anspruchsvollste Tour werten. Vielleicht kannst du hier eine Aussage wagen, ob ich mir die Großsteinüberschreitung zutrauen kann.

Da du dich in der Gruppe offenbar ganz gut auskennst: Kannst du was über die leichtesten Anstiege auf die Nördliche Torspitze und das Landschaftseck sagen? Seibert vermutet hier II.

Vielen Dank schon mal im Voraus,

Grüße Boris
Andi
Hab dieses Jahr den Großstein angegangen. Bin nordseitig aufgesteigen und über den markierten Weg Westgrat- Nordflanke ab. Die Nordseite lässt einige Variationen zu, bei denen jeweils kurze Passagen im Grad II bis III mit einfacherem Gelände wechseln. Man sollte sich allerdings mit dem unsicherem Geröll zurechtfinden. Der Westgrat is gut machbar, er durfte im oberen Teil im IIer Bereich liegen. Nur wegen dem losen Gestein auf dem Weg muß man etwas Vorsichtig sein, er wird wohl ziemlich selten begangen und ist daher noch nicht so ausgetrampelt.
Insgesamt ne super Tour- bin von Gramais aus über den Roßkarsee-, sehr einsam, Lechtal pur!
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