Herbst-Tour 2000 durch die Allgäuer Alpen

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3. Tag: Prinz-Luitpold Haus - Hochvogel - Hinterhornbach

Heute kam endlich das versprochene schöne Wetter. Immer noch reichlich spät ging es kurz nach 9 Uhr los mit dem Tagesziel Hochvogel (2594 m).
Ich wählte die Route, die nicht über den Kalten Winkel, sondern über die Kreuzspitze ging, auf der ich kurz vor Mittag Rast machte.

Etwa gegen 13 Uhr war ich dann endlich auf dem Hochvogel. Hier rastete ich natürlich wieder ausgiebig um die Aussicht zu genießen, Fotos zu machen und die Dohlen zu füttern, die hier besonders zutraulich waren. Die Anführer-Dohle (ich erkannte sie an zwei fehlenden Zehen wieder) hatte ich bereits auf der Kreuzspitze gefüttert, sie hatte scheinbar aber immer noch großen Hunger, weswegen sie sich nicht nur von einem Ehepaar (neben mir die einzigsten auf dem Hochvogel), sondern auch noch von mir füttern lies. Durch die Freßsucht wurde diese immer zutraulicher (wie man auf dem Foto sehen kann), bis sie auf meinen Fußspitzen sitzen blieb und auf mein Knie hopfte, sobald ich ihr was zu fressen gab.


Das Prinz-Luitpold Haus von der Kreuzspitze
Das Prinz-Luitpold Haus von der Kreuzspitze
Blick Richtung Hindelanger Klettersteig/Wengenköpfe


Achtung! Gewarnt wird vor dieser gefräßigen Dohle!
Achtung! Gewarnt wird vor dieser gefräßigen Dohle!
Erkennungsmerkmal: 2 fehlende Zehen am linken Fuß.


Das Hochvogel-Gipfelkreuz
Das Hochvogel-Gipfelkreuz;
im Hintergrund die Zugspitze.

Doch irgendwann war selbst diese Dohle vollgefressen und ich "durfte" meinen Weg nach Hinterhornbach über den Bäumenheimer Weg fortsetzen.
Hier ging es eine I-II hinunter, was mit dem Tourenrucksack wieder eine zeitraubende Sache war.
Besonders hier zeigte sich, wie unglaublich brüchig der Hochvogel ist: kein Band, auf dem keine Tonnen von Geröll lagen. Dieser Berg dürfte sicherlich einer der Brüchigsten des Allgäu's sein; jetzt weiß ich auch, warum im AV-Führer von sämtlichen Klettereien abseits der Normalwege abgeraten wird.

Langsam wurde es abend und ich mußte mir überlegen, wo ich übernachten sollte, denn hier gab es keine AV-Hütte in der Nähe (außer der Kaufbeurer Hütte, aber die war zu weit weg und lag nicht auf meinem Weg).
So hatte ich nur die Möglichkeit in Hinterhornbach in einem Gasthaus zu übernachten. Da ich aber -wie bereits erwähnt- alles für ein Biwak dabei hatte und das Wetter sehr gut aussah, schlug ich mein Lager im Hornbachtal auf.

Da eine Inversionswetterlage herrschte (wie ich später erfuhr), hätte ich jedoch lieber irgendwo auf dem Berg biwakieren sollen, denn in der Höhe war es recht warm und im Tal hatte es Frost!
Mein Schlafsack war glücklicherweise für diese Temperaturen ausgelegt, aber gegen morgen wurde es dann doch recht frisch. Dafür konnte ich beim Einschlafen einen wunderschönen Sternenhimmel bewundern.




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(c) by Thorsten Liborius, 2000
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