Herbst-Tour 2000 durch die Allgäuer Alpen

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1. Tag: Hinterstein - Rauhhorn - Landsberger Hütte

Los ging es gegen 10.15 Uhr in Hinterstein. Das erste Ziel sollte das 2240 Meter hohe Rauhhorn sein.
Es ging jedoch zunächst schlechter voran als erwartet, da ich aufgrund der späten Jahreszeit (die Hütten waren ja geschlossen) meine komplette Verpflegung mitschleppen durfte. Damit nicht genug, hatte ich mir noch die blöde Idee in den Kopf gesetzt auf dem Hochvogel zu biwakieren (wie einst Hermann v. Barth), was natürlich einiges zusätzliches Gewicht zur Folge hatte (Schlafsack, Isomatte, Kocher). Sicherheitshalber nahm ich noch meinen Pickel mit, den ich im nachhinein auch zu Hause hätte lassen können. Das alles brachte den Rucksack auf ein Gesamtgewicht von über 20 kg!


Hinterstein vom Rauhhorn fotografiert Hinterstein vom Rauhhorn fotografiert

Leider war ich auch noch ein bißchen unfit, da ich etwas spät ins Bett gegangen war und durch den frühen Aufbruch nur 4 Stunden Schlaf abbekommen hatte. Zur Krönung drückten meine neuen Schuhe auch noch ziemlich, was das Laufen auch nicht angenehmer machte.

Gegen Mittag machte ich dann erstmal ausgiebige Rast kurz hinter der Willers Alpe. Nach weiteren 600 Hm war ich dann am Abzweig zum Rauhhorn angelangt. Da ich mich jedoch entschied direkt über das Rauhhorn zu gehen und nicht dem Jubiläumsweg zu folgen, mußte ich nun einige IIer-Kletterstellen mit dem schweren Rucksack überwinden. Als ich endlich gegen 15 Uhr auf dem Gipfel ankam, fing es dann auch noch an zu schneien (der Hochdruckkeil hatte wohl noch etwas Verspätung) und es war richtig ungemütlich kalt. Deswegen hielt ich die übliche Gipfelrast so kurz wie nötig.

Der Abstieg wurde durch den schweren Rucksack dann aber zu einer richtigen Tortur: ich mußte nun wiederum IIer-Stellen abklettern, wobei öfters die Isomatte (die ich außen an den Rucksack geklemmt hatte) am Fels hängenblieb, was mich dann jedesmal aus dem Gleichgewicht brachte und zweimal beinahe gestürzt wäre.
Der Abstieg vom Rauhhorn hat mich deswegen auch ziemlich viel Zeit gekostet: im Aufstieg benötigt man rund 45 Minuten, ich habe für den Abstieg 75 Mins gebraucht!

Die Landsberger Hütte mit Schochenspitze (links) am nächsten Tag
Die Landsberger Hütte mit Schochenspitze (links)
am nächsten Tag

Langsam mußte ich mich beeilen, denn es war schon halb fünf und der Weg zur Landsberger Hütte noch weit. Ich hatte zwar alles für ein Biwak dabei, aber bei dieser feucht-kalten Witterung fröstelte es mich bereits bei dem reinen Gedanken die Nacht unter freiem Himmel (ohne Zelt) zu verbringen.
So kämpfte ich mich mit dem schweren Rucksack einerseits und den drückenden Schuhen andererseits mühsam weiter. Kurz vor 19 Uhr wurde es dann dunkel und ich war immer noch nicht auf der Hütte. Also, Stirnlampe raus und weiter gings.
Kurz vor 20 Uhr kam ich dann endlich ziemlich kaputt auf der Landsberger Hütte an.
Ich war der einzigste Gast im Winterraum und kam mir in dieser stürmigen Nacht dann doch ein bißchen verloren vor.




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(c) by Thorsten Liborius, 2000
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